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Wildtierhaltung im Zirkusbetrieb verbieten!

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Braunbär

Aus aktuellem Anlaß hinsichtlich einer tierschutzrechtlich erfolgten Anordnung des Landratsamts Deggendorf einen Zirkusbären zu beschlagnahmen, der in einem auf dem Plattlinger Volksfestplatz geparkten Zirkuswagen unter tierschutzwidrigen Bestimmungen abgestellt war, berichtet „Umwelt & Aktiv“ heute zum Stand der Debatte um ein Wildtierhaltungsverbot in Deutschland. Die katastrophalen Umstände um den Rettungsvorgang für Zirkusbär Ben sind den gängigen Medienberichterstattungen zu entnehmen. Etwas zu sehr im Placebo-Charakter wird allerdings verkürzt darauf hingewiesen, daß am kommenden Freitag im Bundesrat über ein bundesweites Wildtierverbot beraten würde. Aus dieser Darstellung geht jedoch das eigentliche und beschämende tierschutzrechtliche Defizit der Bundesrepublik nicht hervor. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern muß sich Deutschland nach Ansicht von „Umwelt & Aktiv“ den Vorwurf eines Entwicklungslandes gefallen lassen.

Zwar findet am Freitag, den 18. März unter Tagesordnungspunkt 7 eine Beratung zur Drucksache 78/16 statt, doch handelt es sich dabei lediglich um einen Entschließungsantrag, der eine Aufforderung an die Bundesregierung darstellt, endlich tierschutzrechtliche Lücken zu schließen. Mehr bislang noch nicht! Antragsteller sind allein die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Mehr nicht! Bayern, wo noch in jüngster Zeit die Entdeckung der Gattung „Problembär“ entdeckt und sogleich eliminiert wurde, befindet sich nicht unter den Antragstellern: auf das Abstimmungsverhalten darf man gespannt sein. Mit der Entschließung soll der Bundesrat die Bundesregierung zum wiederholten Male (!) bitten, zeitnah eine Rechtsverordnung vorzulegen, die das Halten von Tieren bestimmter wild lebender Arten in Zirkusbetrieben verbietet. Immerhin gibt es in mittlerweile 17 Ländern der EU ein vollständiges Verbot der Haltung von Wildtieren im Zirkus oder zumindest starke Einschränkungen. Darüber hinaus soll der Bundesrat die Bundesregierung bitten, in einer Rechtsverordnung gemäß § 2a des Tierschutzgesetzes für die Tierarten, die an wechselnden Orten noch zur Schau gestellt werden dürfen, die zum Schutz dieser Tierarten erforderlichen Anforderungen an deren Haltung zu regeln. Gibt es bislang nicht!

„Umwelt & Aktiv“ stellt daher fest, daß hier noch spürbarer Druck seitens engagierter Tierschützer vonnöten sein wird, um so manchen „Problempolitiker“ zum handeln zu bewegen! Die Tierschutzvereinigung “Vier Pfoten” will sich dafür einsetzen, dass der ehemalige Zirkusbär Ben in eine Auffangstation ins mecklenburgische Müritz kommt, um dort in artgerechter Haltung seine letzten Jahre zu verbringen. „Umwelt & Aktiv“ freut sich über die Befreiung von Bär Ben und wünscht dem Bemühen von „Vier Pfoten“ viel Erfolg! Im Übrigen sollte sich künftig Zirkus über Artistik, clowneskes Kabarett und Zauberei etc. definieren.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 115063_web_R_K_B_by_Marion Granel_pixelio.de

 

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Datum
15.03.2016

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