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Asiatischer Marienkäfer weiter auf dem Vormarsch

Wo auch immer sie den Winterschlaf verbracht haben, die Marienkäfer sind längst erwacht, haben krabbelnd das Weite gesucht und machen sich inzwischen in der Natur an Blattlauskolonien nützlich. Bereits seit mehreren Jahren jedoch ist zu beobachten, daß der Asiatische Marienkäfer, auch Harlekin-Marienkäfer genannt, immer häufiger auftritt. Die meisten Menschen kennen den Unterschied nicht, denn nur bei genauerem Hinsehen ist festzustellen, daß der Asiatische Marienkäfer nicht nur größer ist, sondern meist ein helleres Rot aufweist und die schwarzen Punkte dicker sind. Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal allerdings ist das stilisierte schwarze „W“ an seinem weißen Halsschild.
Die ursprünglich aus Asien stammende Käferart wurde bereits vor Jahrzehnten bewußt zur biologischen Schädlingsbekämpfung insbesondere in Gewächshäusern eingesetzt, da er aufgrund seiner Größe und dementsprechend seiner Gefräßigkeit Unmengen von Blattläusen vertilgen kann. Inzwischen jedoch ist er zum Problem geworden, da sich sein Appetit nicht nur auf die Schädlinge beschränkt, sondern, falls Nahrungsmangel herrscht, auch unsere heimischen Käfer und deren Larven auf seinem Speisezettel stehen. Selbst Eier und Raupen von Schmetterlingen werden nicht verschmäht.
Natürliche Feinde hat der Asiatische Marienkäfer nur wenige, da er – wie auch unsere Arten – bei Gefahr durch sog. Reflexbluten eine gelbe, bitter schmeckende und giftige Hämolymphe (Gemisch aus Blut und Lymphflüssigkeit) absondert. Daher sieht man durch sein teilweise massenhaftes Auftreten auch Probleme in der Weinwirtschaft, denn ausgerechnet in der Lesezeit verbringen die Asiatischen Marienkäfer mit Vorliebe die Nacht im Bereich der Weintrauben und enden bei deren Ernte im Verarbeitungsbereich. So gelangt deren Hämolymphe mit in die Maische und kann hinsichtlich der Qualität des Weines zu beträchtlichen Einbußen führen. Wissenschaftler und Experten sind sich einig: Der Asiatische Marienkäfer ist auch vor allem aufgrund seiner hohen Vermehrungsrate nicht mehr aufzuhalten und wird langfristig wahrscheinlich unsere heimische Art ausrotten. Ein Schicksal, das in unserem Land auch andere Tiere und Pflanzen mit eingeführten oder eingeschleppten Arten teilen.

Bildquelle: Kurt F. Domnik / pixelio.de

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Datum
22.05.2012

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