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Der Wald: Pfad der Sehnsucht

Die Deutschen pflegen seit jeher ein sehr inniges Verhältnis zum Wald. Er verkörpert Kraft, Rückzugsort und Quelle der Erholung. Der Wald versinnbildlicht die Ruhe und Einzigartigkeit der Natur zu allen Jahreszeiten. Wer genau hinsieht, wird erkennen, daß es auf Erden kein schöneres Kunstwerk gibt. Selbst heute noch besitzt der Wald für viele Menschen eine herausragende Rolle. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz besuchen etwa zwei Drittel der Bevölkerung den Wald mindestens einmal pro Jahr. Die Hälfte davon gehen alle 14 Tage oder öfter spazieren.

Eine besondere Bedeutung hatte der Wald fĂĽr die Epoche der Romantik. Dichter, Philosophen, Märchensammler, Komponisten und Maler verarbeiteten den Wald und dessen tiefe Sehnsucht in ihren Artefakten. Während der Befreiungskriege (1813-1815) wuchs das innige Verhältnis zum Wald erneut. Ferner lieĂź die Sehnsucht nach politischer Einheit den Wald zu einem nationalen Symbol werden. Vor allem die Eiche spielt als Baum der Deutschen eine bezeichnende Rolle. Sie steht fĂĽr die Beständigkeit und Stärke unseres Volkes. Friedrich Klopstock schrieb in seinem bekanntesten Werk „Hermanns Schlacht“ 1769 „Du gleichst der dicksten, schattichsten Eiche (…) O Vaterland!“. Das Werk datiert den Beginn des NationalbewuĂźtseins der Deutschen.

Darüber hinaus ist der Wald nicht nur ein sagenumwobenes Kulturgut unserer Heimat, sondern ein Ort der Artenvielfalt: Über 6.700 Tierarten finden hier eine Heimat, darunter auch der Schwarzspecht – der Baumeister des Waldes, dessen alte Höhlen von Hohltaube, Raufußkauz, Fledermäusen und vielen weiteren Arten genutzt werden. Zugleich schenkt er rund 700.000 Bundesbürgern einen Arbeitsplatz. Viele Gründe, um den Wald gerade in einer automatisierten und standardisierten Welt wie heute zu erhalten.

Diese besondere Beziehung der Deutschen zum Wald griff das Deutsche Historische Museum Berlin in seiner Ausstellung „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“ auf. Bis zum 4. März 2012 können über 400 Ausstellungsstücke bewundert werden. Schwerpunkt der Ausstellung ist die Zeit der Romantik um 1800. Herzstück bildet die Malerei mit beeindruckenden Exponaten. Die Schau ist nach Themenblöcken gegliedert. Unter anderem gibt es die Abteilung „Wald – Rettungen. Der Naturschutz und der Wald“, die Folgen und Bedrohung des Waldes durch Industrialisierung und Urbanisierung aufgreift. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Verweis:

http://www.dhm.de/ausstellungen/unter-baeumen/ausstellung.html

Bildquelle: GĂĽnter Havlena / pixelio.de

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Datum
24.01.2012

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