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Die Welt ohne uns

foto_weismanIm GesprÀch mit Alan Weisman

„Die Welt ohne uns” ist ein Gedankenexperiment. Wie sieht die Erde aus, wenn es von heute auf morgen keine Menschen mehr gĂ€be? Zur Erkundung dieses Szenarios sprach Weisman weltweit mit Biologen, Botanikern, Geologen, Physikern, ArchĂ€ologen und Architekten. Wo ĂŒber den Menschen und seine Existenz auf der Erde geschrieben wird, spielen natĂŒrlich auch seine zerstörerischen RaubzĂŒge gegen unseren Planeten eine Rolle. Einige Aspekte seiner Recherchen bildeten bereits Quellen des einen oder anderen Artikels in „Umwelt & Aktiv”.
Angestoßen durch „Die Welt ohne uns” fragten wir bei Alan Weisman nach einem GesprĂ€chstermin. Über ein Jahr sollte es dauern, bis wir den stets reisenden Journalisten persönlich in seinem Haus in Massachusetts erreichen konnten. Denn er arbeitet schon an seinem nĂ€chsten Buch, ist dafĂŒr viel unterwegs.

Es ist April 2010, ein sonniger SpĂ€tnachmittag in Deutschland. Weil der islĂ€ndische Vulkan Eyjafjallajökull den Flugverkehr ĂŒber Westeuropa lahmgelegt hat, sitzt Alan Weisman nicht im Flieger nach England, sondern arbeitet im HeimbĂŒro. Ich habe das GefĂŒhl, mit einem alten Freund zu telefonieren. Ganz amerikanisch kommen wir gleich zum Vornamen; ihn mit Mr. Weisman anzureden kommt mir fortan komisch vor. Auch in Massachusetts ist ein wunderbarer FrĂŒhlingstag. Kaiserwetter! Alan erzĂ€hlt uns, daß vor seinem Fenster die Vögel zwitschern. Die AhornbĂ€ume zeigten ihr erstes GrĂŒn. Seine Frau pflege den Garten und pflanze Bohnen, wobei er ihr durch sein Fenster zusehen könne. Noch vor wenigen Tagen sei alles voller Schnee gewesen. Ein langer und harter Winter, wie in Deutschland. Doch jetzt sei FrĂŒhling und, so Alan, „der FrĂŒhling bringt uns Hoffnung!” Er sei froh, zu Hause sein zu können. Das seien die wundervollen Tage, fĂŒr die es sich zu leben lohne, meint er und stellt sich geduldig und redefreudig den nachfolgenden Fragen. Man muß seine Ansichten nicht alle teilen. Doch Alan ist hoch konzentriert, seine GedankengĂ€nge sind strukturiert und bestens ĂŒberlegt, obwohl die Fragen ihm vorher nicht bekannt waren.

Umwelt & Aktiv: Herr Weisman, Ihr Buch „Die Welt ohne uns“ wurde ein weltweiter Verkaufsschlager. Was ist wichtiger fĂŒr Sie: Der Erfolg des eigentlichen Buches als Teil Ihres Berufes und Ihres guten Rufs als Autor und Journalist oder die Möglichkeit, daß es das Denken der Leser verĂ€ndern könnte?

Alan Weisman: Nun, diese zwei Aspekte sind komplett miteinander verbunden. Ich wÀhle meine Buchthemen sehr sorgfÀltig aus.

Ich schreibe nur ĂŒber Dinge, von denen ich denke, daß sie wichtig sind. Das heißt, die fĂŒr mich wichtig sind und von denen ich denke, das könnte man mit anderen teilen. Mein Grund,
dieses Buch zu schreiben war, daß ich ein Buch ĂŒber die Umwelt schreiben wollte. Es sollte ein Verkaufsschlager werden, nicht, um einen Haufen Geld damit als Autor zu machen, sondern, um damit ein grĂ¶ĂŸeres Publikum zu erreichen als dies BĂŒcher ĂŒber die Umwelt fĂŒr gewöhnlich tun, im speziellen solche ĂŒber die globale ErwĂ€rmung, der wir alle entgegensehen.

Diese Art BĂŒcher werden fĂŒr gewöhnlich als zu depressiv machend angesehen, zu sehr Angst schĂŒrend und das Publikum sind normalerweise Menschen, die schon darĂŒber Bescheid wissen und die auch glauben, daß es wirklich passiert.

Um wirklich etwas fĂŒr die Umwelt zu tun, mußte ich versuchen, ein Publikum zu erreichen, welches fĂŒr gewöhnlich solche Themen meidet, weil ein jeder betroffen ist von der Umwelt und weil alles, was diese Menschen tun, die Umwelt betrifft. Und das war mein Ziel mit diesem Buch und ich bin froh, daß es mir möglich war, einen Weg zu finden darĂŒber zu reden und daß ich damit eine große Anzahl Menschen erreichen konnte und immer noch tue.

Umwelt & Aktiv: In Deutschland war der Abgeordnete und berĂŒhmte Ökologe Herbert Gruhl (1921-1993) einer der VĂ€ter der deutschen ökologischen Bewegung nach dem zweiten Weltkrieg. Sein Buch „Ein Planet wird geplĂŒndert“ wurde eine Art Heilige Schrift fĂŒr eine ganze Generation. Haben Sie je etwas gehört von Herbert Gruhl? WĂŒrden Sie sich vielleicht wĂŒnschen, daß „Die Welt ohne uns“ den gleichen Einfluß auf die heutigen Menschen hĂ€tte? Oder ist es einfach nur ein spannender Bericht oder ein einfaches Buch fĂŒr Sie?

Alan Weisman: Ich habe von ihm gehört, aber ich habe das Buch nicht gelesen.

Es gibt unterschiedliche und wichtige Beispiele von BĂŒchern ĂŒber die Umwelt, einige aus dem spĂ€ten 19. Jahrhundert bis in die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts hinein, das ist sicher.

Alle Bisherigen waren eine Art visionĂ€rer Schriftsteller, die uns warnen wollten, begonnen hat dies etwa 1970. Ich denke, man kann sagen, daß es so richtig nach 1968 losging, als die Menschheit anfing, sich des Planeten bewußt zu werden und sich selbst ein Bild darĂŒber zu machen. Und zum ersten Mal sahen wir diesen wunderschönen Ball, auf dem wir leben, im All schwebend, von nichts umgeben, welches auch nur im weitesten Sinne lebendig aussieht. Und der Planet Erde war so schön und offensichtlich so randvoll mit Leben, daß wir anfingen, eine Art kritische Masse von Bewusstsein zu erreichen und verstanden, daß etwas getan werden mußte. Ein sehr wichtiges Buch kam Anfang der 1970er raus, das ist genau jenes, das Sie eben erwĂ€hnten und ebenso der Bericht des „Club of Rome“ mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“.

Die Literatur, welche in den 1970er-Jahren erschienen ist, war wie eine Explosion des Bewußtseins und von außerordentlicher Bedeutung. Und die von uns, die diese Zeit erlebten (ich war damals ein junger Schriftsteller, der gerade mal Ende der 1970er-Jahre anfing), wurden damit unglaublich inspiriert und wir waren voller Hoffnung, daß die ganze Welt nun verstehen wird, wie wertvoll unser Planet ist: Die Lebewesen auf ihm und alle natĂŒrlichen Rohstoffe, wie Wasser und Erde, mĂŒssen erhalten werden.

Jedoch, irgendetwas hat sich verÀndert und ein Buch wie das meine ist die Antwort auf diese VerÀnderungen.

Was sich verĂ€nderte, war wie eine Art Gegenreaktion, eine Art Gegenantwort auf das Umweltbewußtsein, daß wir auf einem Planeten mit begrenzten Rohstoffquellen leben. FĂŒr viele Menschen lautete die Antwort: In Ordnung, wenn Rohstoffe begrenzt sind, dann sollten wir sie uns besser holen, solange noch Zeit dafĂŒr ist. Es gab eine riesige Explosion in der Entwicklung zur Rohstoffgewinnung, um an die entlegensten Orte zu kommen, um so tief wie möglich zu graben und um so viel wie nur irgend möglich an Rohstoffen zu ernten und wir haben Handelsregulierungen abgeschafft, damit wir das auch tun konnten. Speziell in den 1980er-Jahren gab es einen Riesenzuwachs an MarktplĂ€tzen, egal wo man hingegangen ist.

Sie wissen, Deutschland ist ein gutes Beispiel. Ich war auf MĂ€rkten in MĂŒnchen, Hamburg und Berlin sowie ĂŒberall in meinem eigenen Land natĂŒrlich auch. Und ĂŒberall auf der Welt konnte man in ein GeschĂ€ft gehen und es wĂ€re möglich gewesen, alles zu kaufen, auch FrĂŒchte und GemĂŒse, mitten im Winter, welche man sonst nie gesehen hĂ€tte, ausgenommen wĂ€hrend der Sommermonate. Was jetzt gerade passiert, ist, daß wir anfangen, die negative Seite der Globalisierung der MĂ€rkte zu sehen. Wir sind zu schnell und zu weit gewachsen und verbrauchen so viel Energie, um diese Rohstoffe zu bekommen, daß wir an die Überlebensgrenze auf diesem Planeten stoßen. Wir haben die Chemie in der AtmosphĂ€re verĂ€ndert mit all den Abgasen unseres stĂ€ndig wachsenden Energiebedarfes. Wir drĂ€ngen Arten von der Landkarte, 100-mal schneller, ja irgendwo 100- bis 1000-mal schneller, als diese Arten natĂŒrlich aussterben wĂŒrden.

Wir können das so nicht lĂ€nger machen. Nun ist die Situation heute offensichtlich nicht mehr die gleiche als die, welche wir in den 1970er-Jahren beschrieben haben. Eine Situation von einer GrĂ¶ĂŸenordnung, die bei weitem ernster ist als sie damals war.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, um das Blatt zu wenden und das ist es, worĂŒber ich schreibe.

Umwelt & Aktiv: Sie haben fĂŒr Ihre Nachforschungen zu diesem Buch sicher eine Menge Personen befragt und viele Orte besucht. Was hat Sie dabei am meisten schockiert und was war fĂŒr Sie das Schönste?

Alan Weisman: Nun, da gibt es einige AnwĂ€rter auf „Das Schönste“, also werde ich mit dem Schockierendsten beginnen. Das zumindest am FurchteinflĂ¶ĂŸendsten, mit dem ich konfrontiert wurde, war die gewaltige Menge an Plastik. Es ist ĂŒberall in der Welt, im Besonderen die Menge, welche ihren Weg hinaus in die Ozeane gefunden hat. Es gibt treibenden PlastikmĂŒll da draußen, welcher mittlerweile die GrĂ¶ĂŸe kleinerer Kontinente angenommen hat. Und wie Sie wissen, habe ich in meinem Buch beschrieben, wie diese PlastikstĂŒckchen in immer kleinere Teilchen zerbrechen. Immer kleinere Lebewesen verwechseln diese Teilchen mit etwas Eßbarem und nehmen das dann mit der Nahrung auf. Und sehr oft sterben die Tiere daran, weil Ihre MĂ€gen mit diesem MĂŒll vollgestopft sind.
Das war fĂŒr mich das Schrecklichste, was ich jemals gesehen hatte.

Das Schönste, was ich dabei gesehen habe, war (an dieser Stelle fragt Alan Weisman, wo die Redaktion von „Umwelt und Aktiv“ sich genau befindet und fĂ€hrt dann fort:) nun, Ihr hier in Deutschland, seid ja auch ein Teil von Europa, ich werde einen Teil davon fĂŒr den schönsten Platz nominieren, den ich je gesehen habe. Und die Reise dahin hatte in Deutschland seinen Anfang. Ich nahm einen Zug von Hannover nach Bialowieska Pusza, das ist der Wald, mit dem ich mein Buch beginne. Dieser Wald liegt an der polnisch-russischen Grenze. Es ist das letzte TeilstĂŒck eines frĂŒhzeitlichen Tiefland-Waldes. Ich meine, das ist ein Ort, den man jetzt noch genauso sehen kann, wie er einst war. Und wenn man in diesen Wald hineingeht und diese Baumarten sieht, welche mit dir gewachsen sind, dein Leben lang, dann siehst du sie so, wie es von der Natur beabsichtigt war, völlig unverfĂ€lscht. Du siehst gigantische Versionen von Fichten, Birken und Eschen. Und du fĂ€ngst an, zu verstehen, daß wir nur ein blasses Abbild von dem sind, was die Natur eigentlich beabsichtigt hatte, und du fĂŒhlst, daß etwas nicht stimmt. Es fĂŒhlt sich nicht exotisch an, man spĂŒrt, daß es so sein soll.
Ich bin in Nordamerika aufgewachsen, das Öko-System ist sehr Ă€hnlich dem in Norddeutschland oder in Polen und als ich diese WĂ€lder gesehen habe, hat es sich angefĂŒhlt wie „nach Hause kommen“.

Und genau das möchte ich mit meinem Buch ausdrĂŒcken, uns wissen zu lassen, daß, wenn wir der Natur nur etwas mehr nachgeben, dann könnte dieser Planet sich wirklich wie Zuhause anfĂŒhlen, auf einer tiefen, frĂŒhzeitlichen Ebene, die wir alle vermissen.

Umwelt & Aktiv: Ein sehr schockierendes Kapitel in Ihrem Buch ist die Beschreibung des Problems der Uranmunition und der Atomkraftwerke genauso wie der BrennstĂ€be Endlager Pilotanlagen (WIIP, New Mexico) und Tschernobyl. Viel von diesem radioaktiven MĂŒll wird lĂ€nger strahlen, als die Erde möglicherweise existieren wird. Nach allen Ergebnissen bei Ihren Nachforschungen: Was denken Sie ĂŒber die PlĂ€ne vieler LĂ€nder, neue Atomkraftwerke zu bauen, sich atomar zu bewaffnen und so weiter? Selbst LĂ€nder wie Schweden, die eigentlich keine neuen Anlagen bauen wollten, haben ihre Meinung geĂ€ndert. Ist es nicht an der Zeit, diesen Irrsinn zu stoppen und nach besseren Lösungen zu suchen?

Alan Weisman: Meine ehrliche Antwort auf Ihre Frage ist: Ich weiß nicht, welches gerade jetzt die beste Lösung wĂ€re. Wir haben keine Alternativen, die genĂŒgend Energie erzeugen können, um alle unsere Fahrzeuge, unsere Industrien und unsere HĂ€user zu betreiben und aufstrebende Nationen wie China oder Indien zu versorgen. Sie wissen, wir können das noch nicht mit Sonnenenergie oder Windkraft, beide Technologien sind nicht weit genug entwickelt, um ausreichend Energie zu erzeugen, welche wir speichern können, um diese zu nutzen, wenn kein Wind blĂ€st oder keine Sonne scheint. Wir haben ein Problem, fĂŒr das es jetzt keine einfache Lösung gibt.

Ich hatte zu dieser Thematik vor kurzem eine Diskussion mit einigen Ingenieuren und diese waren sehr Pro-Atomenergie, nicht, daß sie atomare Energie mögen, aber sie legten es auf die Weise aus: Wie wĂŒrden Sie jetzt die Welt lieber haben: WĂŒrde sie Ihnen besser gefallen, wenn sie so wĂ€re wie in Frankreich, welches fast nur aus atomarer Energie betrieben wird und kaum Kohlendioxid in die AtmosphĂ€re entlĂ€ĂŸt, oder sollte sie lieber sein wie in den USA oder in China, also in LĂ€ndern, welche hauptsĂ€chlich auf Kohle bauen und stĂ€ndig den Anteil an Kohlendioxid in der AtmosphĂ€re erhöhen, zweimal mehr pro Million Einwohner jedes Jahr und diese Zahl steigt sogar noch höher. Das ist die Schwierigkeit an der Entscheidung, die wir jetzt treffen mĂŒssen. Wir versuchen, uns in gewisser Weise zwischen zwei Übeln zu entscheiden.

Also, ich habe eigentlich keine gute Antwort auf das. Ich mag Atomenergie nicht, aber ich finde es sehr bedenklich, wie schnell die Chemie unseres Planeten, und nicht nur die der AtmosphĂ€re, auch die Chemie der Ozeane sich verĂ€ndert auf Grund dieser Mengen an Kohlendioxid. Wenn wir beides morgen stoppen, dann wĂŒrde sich unser Planet vielleicht wieder erholen, aber unsere Wirtschaft wĂŒrde zusammenbrechen und das könnte ebenso strĂ€flich sein. Ich bin nicht sicher, wie gut das funktioniert, aber wir wĂŒrden Chaos auf dem Planeten haben. Wir mĂŒssen einen Weg finden, schnell, sehr schnell, hin zu irgendetwas anderem. Ich kann aber auch nicht sagen, was genau dieses andere sein sollte.

Umwelt & Aktiv: Der amtierende PrĂ€sident der USA, Barack Hussein Obama, propagiert eine neue Art von Politik, welche er selber den „Green New Deal“ nennt. Er möchte die amerikanische Wirtschaft antreiben mit öffentlichen Geldern, um in umweltfreundliche Technologie zu investieren. Das klingt erstmal nicht schlecht. Aber ein Problem, welches ich sehe ist, daß dieser „Green New Deal“ immer noch auf dem Kapitalismus basiert. Es ist ein grĂŒner Kapitalismus, welcher immer noch ein stĂ€ndiges Wachstum erfordert. Der gesamte Inhalt von „Die Welt ohne uns“ zeigt uns, daß es dieses ewige angeblich notwendige Wachstum nicht weiter geben darf. Deshalb: Was denken Sie ĂŒber die neue Politik des „neuen grĂŒnen Pakts“? Gibt es bessere Lösungen?

Alan Weisman: Noch einmal, ich weiß nicht, ob es bessere Lösungen gibt, aber Sie haben absolut Recht, die ganze Idee einer auf Wachstum basierenden Wirtschaft kommt zu einem Ende, weil unser Planet nicht grĂ¶ĂŸer geworden ist, auch wenn wir mehr geworden und unsere Anforderungen gewachsen sind. Aber wir haben einfach nur diesen einen Planeten, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden und es wird immer schwerer und wir bekommen immer grĂ¶ĂŸere Probleme mit jedem Tag, der verstreicht.

Ich weiß nicht, ob es die Möglichkeit eines Systems gibt, welches nicht auf Wachstum basiert, auch wenn wir jetzt den Kapitalismus offensichtlich fĂŒr dieses Wachstum beschuldigen – so sind doch alle Sozialwirtschaften, welche wir auf diesem Planeten bis jetzt erlebt haben, auf Wachstum gegrĂŒndet gewesen.

So, basierend auf meinen Nachforschungen, wird das, was ich als nĂ€chstes schreiben werde, auch betreffen, wie wir die Auswirkungen, welche unser Verhalten auf den Planeten hat, stabilisieren können. Damit meine ich das Bevölkerungswachstum sowie die Art und Weise, wie wir unsere GeschĂ€fte ausĂŒben. Ich bin gerade eben dabei, dies zu recherchieren. Ich hoffe ein paar gute Antworten zu finden und das ist, was ich im nĂ€chsten Jahr tun werde: Arbeiten an einem Buch, in dem genau diese Fragen beleuchtet werden, welche Sie eben angesprochen haben.

Umwelt & Aktiv: Das Hauptproblem unseres Planeten ist und wird die WeltĂŒbervölkerung sein. Sie schreiben: „Die Weltbevölkerung wĂ€chst alle vier Tage um eine Million an. Wir können solche Zahlen nicht wirklich kompensieren und sie wĂ€chst völlig unkontrolliert weiter, bis es ĂŒber unseren Köpfen zusammenbricht, so wie es mit allen Arten geschieht“ Ihre Lösung fĂŒr dieses Problem, basierend auf einigen Berechnungen und Theorien, ist, eine weltweite Geburtenkontrolle: Ein Kind fĂŒr jede Frau. Das klingt einfach. Aber wie stellen Sie sich vor, dies kontrollieren zu können? Das ist nicht umsetzbar in einem demokratischen Staat, oder doch? Außerdem wĂŒrde dies in erster Linie asiatische und afrikanische LĂ€nder betreffen, da in Europa und bei den weißen Amerikanern es völlig normal ist, keine Kinder zu haben oder eben nur eins (in Deutschland bekommt eine Frau im Durchschnitt 1,7 Kinder). Deshalb, nehme ich an, ist das auch so ein heikles Thema.

Alan Weisman: Noch einmal, ich werde darĂŒber die nĂ€chsten ein bis eineinhalb Jahre sehr sorgfĂ€ltige Nachforschungen anstellen. Also seien Sie gespannt, denn es wird sehr schwer sein, auf alles schnell eine Antwort zu finden. Aber lassen Sie mich dazu einige Punkte sagen:

Zu allererst, ich mag keine globale Kontrolle. „Die Welt ohne uns“ ist eine Art Gedanken- Experiment: Was wĂ€re, wenn es keine Menschen gĂ€be? Am Ende des Buches stelle ich ein anderes Gedanken-Experiment vor: Was, wenn wir uns selbst beschrĂ€nken wĂŒrden, so wie es die Chinesen in einigen Gebieten schon versucht haben? Uns selbst beschrĂ€nken auf ein Kind pro Familie? Das ist nicht, was ich voraussetze, es ist einfach ein Gedanken-Experiment.

Was dabei herauskam, ist sehr interessant, denn: Wenn wir das tun wĂŒrden, wĂŒrde die Weltbevölkerung in den nĂ€chsten hundert Jahren auf den Stand von 1900 zurĂŒckgehen, bevor sich diese verdoppelt hat und anschließend fast noch mal. Und das wĂŒrde der Welt eine Menge Raum geben, Lebensraum auch fĂŒr andere Lebewesen und uns Luft zum Atmen. Das wĂŒrde eine Welt sein, in der die Dinge in viel besserem Gleichgewicht zueinander stehen.

Nun, zwei Dinge darĂŒber.

Erstens: Um Kontrolle auszuĂŒben, so wie es die Chinesen getan haben, einfach einen Befehl an die Menschen zu erteilen, das funktioniert so nicht in einer demokratischen Gesellschaft. Es ist eine kulturelle Sache. Menschen in China haben mir erzĂ€hlt, daß sie Tausende von Jahren Erfahrung mit autoritĂ€ren Regierungen haben und es deshalb dort auch funktionieren konnte, besser: es wurde vielleicht akzeptiert, aber das wĂŒrde woanders nicht gehen. Doch es gibt auch andere Dinge, die sehr gut gehen, Sie haben mir gerade eben eine Geburtenrate von Deutschland genannt. Geburtenraten in vielen Teilen der zivilisierten Welt sind unter die Anzahl der SterbefĂ€lle gekommen, weil diese Menschen wissen, daß sie nicht so viele Kinder haben mĂŒssen, in der Hoffnung, daß einige davon ĂŒberleben und andere sterben werden. Die medizinische Versorgung ist gut und die Kindersterblichkeit sehr gering.

Zweitens: Frauen, und das ist das Wichtigste ĂŒberhaupt, wenn Sie Frauen eine gute Schulbildung bieten, haben diese weniger Kinder. Sie tendieren nicht dazu, Kinder zu bekommen, wĂ€hrend sie in der Schulausbildung sind und anschließend gibt es Interessanteres oder Wichtigeres in ihrem Leben, so daß diese Frauen nur ein oder zwei Kinder fĂŒr gewöhnlich haben. Auch können sie sich KindermĂ€dchen leisten und somit beidem gerecht werden: der Gesellschaft und dem Einkommen der Familie. Also, gebildete Frauen, stellt sich heraus, sind ein wunderbarer Weg, die Weltbevölkerung in den Griff zu bekommen.

Betrachten Sie einige LÀnder, welche nie eine Geburtenkontrolle versucht haben, weil sie dagegen sind, also katholische LÀnder wie Spanien oder Italien. Deren Geburtenraten sind sogar noch kleiner als die jetzigen von Deutschland. Wenn man daher Bildung zu den Orten bringt, in denen die Bevölkerung extrem anwÀchst, könnte man damit die Geburtenrate senken.

Die schwierige Frage ist die Frage, wie viele Menschen dort sind oder wie diese Menschen leben, wie viel diese verbrauchen. Jeder Mensch auf dieser Erde braucht Lebensmittel zum Essen, und um genug Lebensmittel fĂŒr jeden produzieren zu können, bedarf es Chemie und DĂŒngemittel, und um diese DĂŒngemittel einsetzen zu können, braucht man viel Wasser und Treibstoff. Wir wissen, wohin das fĂŒhren wird. Wir können nicht auf ewig Unmengen von Treibstoff verbrauchen. Also, auf dem einen oder anderen Weg werden wir lernen mĂŒssen, unsere Anzahl konstant zu halten in menschlicher Weise und im Einklang mit unserem Ökosystem, weil so viele Menschen und so viele andere Organismen auf so einem kleinen Planeten nicht existieren können, ohne irgendwann damit zu beginnen, das Ökosystem zu zerstören und wir haben bereits damit angefangen, es zu zerstören.

Bitte verstehen Sie, wenn die Welt bestehen bleiben soll, mĂŒssen wir zusammen kommen und ĂŒbereinkommen, daß wir ein Problem haben. So wie wir alle ĂŒbereingekommen sind, als wir feststellten, daß wir ein Loch in unserer Ozonschicht hatten und die ganze Welt hat zugestimmt, auf den Einsatz von Ozon zerstörenden Chemikalien zu verzichten. Was, wenn wir uns alle zusammensetzen und ĂŒbereinkommen, daß wir ein wirkliches Problem haben und wir uns alle selbst das Limit setzen, nur ein Kind zu haben?

Innerhalb, sagen wir, der nÀchsten hundert Jahre. Wir könnten die Bevölkerungszahl reduzieren auf ein Niveau, das weit besser zu handhaben ist und ab diesem Punkt könnten wir zwei Kinder in jeder Familie haben, da zwei Personen auch zwei Kinder haben könnten, welche ihren Platz einnehmen auf diesem Planeten, wenn sie sterben.
Dann könnten wir eine bestĂ€ndige Bevölkerungsdichte haben. Ich behaupte nicht, daß ein Kind pro Familie die Lösung ist. Ich habe es einfach nur als Diskussionspunkt genommen. In jedem Fall wĂŒrde es nicht bei einem Kind pro Familie bleiben, auch wenn wir dies versuchen wĂŒrden.

Umwelt & Aktiv: Lassen Sie uns etwas philosophisch werden, Herr Weisman! „Die Welt ohne uns“ konfrontiert uns mit der Tatsache, daß die meisten Dinge, welche der moderne Mensch aufgebaut hat und welche uns heute wichtig geworden sind (solche wie HĂ€user, Straßen, Kunst, Literatur), ohne uns nicht lange Bestand haben. Diese Dinge sind sicher nicht fĂŒr die Ewigkeit gemacht. Was bleiben wird (oder vielleicht fast bleiben wird) fĂŒr die Ewigkeit, sind die schlechten Dinge, solche wie die Umweltverschmutzung jeder Art. Und in fĂŒnf Milliarden Jahren, wird kein Leben auf der Erde mehr möglich sein. Also, wo liegt der Sinn unserer Existenz hier? Warum Kinder zeugen? Warum zur Arbeit gehen? Warum ein Haus bauen? Warum ein Buch schreiben? Ich bin sicher, Sie werden sich darĂŒber Ihre Gedanken gemacht haben, obwohl das ein anderes Buch fĂŒllen dĂŒrfte.

Alan Weisman: Darauf habe ich einige Antworten.

Zuerst: Wir leben, weil es wunderbar ist, am Leben zu sein, leben ist so interessant und voll wunderbarer Überraschungen und es ist so reich an so tiefen Erfahrungen, wie die Liebe zum Beispiel, daß es Wert ist, am Leben zu sein. Wenn Sie in der Natur einen Moment erleben, der buchstĂ€blich Ihr Herz und Ihre Seele gefangen nimmt oder wenn Sie in die Augen von jemanden blicken, den Sie lieben, das fĂŒhlt sich an wie die Ewigkeit, das gibt dir eine Vorstellung von der Ewigkeit. Die Tatsache, daß unser Leben nur sehr kurz ist, macht es nicht bedeutungsloser, es zu leben. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, am Leben zu sein, egal wie viel Zeit wir bekommen. Das war eine Antwort.

Eine andere Antwort auf einen anderen Teil Ihrer Aussage ist: Die Dinge, welche die Menschheit hinterlĂ€ĂŸt, mĂŒssen nicht unbedingt hĂ€ssliche Dinge sein. Was ich in meinem Buch aufzeige, ist, daß alles letztendlich von der Natur verschlungen oder zerstört wird. Innerhalb von hunderttausend Jahren wird die Natur genĂŒgend Mikroben hervorgebracht haben, um all das hĂ€ĂŸliche Plastik zu zerstören. Eines der Dinge, die bleiben werden, sind Statuen, im besonderen Bronzestatuen. Bronze ist haltbarer als Plastik. Skulpturen wie die von Rodin werden fast so lange Bestand haben wie unser Planet selbst, das ist eine sehr schöne Sache. Ich denke, die Menschheit hat einige sehr, sehr wertvolle Dinge und ich rĂŒhme diese Dinge auch in meinem Buch. Ich denke, die Menschen haben es sich verdient, hier zu sein, genau wie andere Spezies.

Wissen Sie, die Frage, was der Sinn des Lebens ist, obwohl doch der Planet in 5 Milliarden Jahren aufhören wird zu existieren, ist eigentlich keine bedeutungsvolle Frage. Auch wenn die Umwelt gerade jetzt in gutem Zustand wĂ€re, in perfekter innerer Harmonie, alles stirbt letztendlich und doch 
. Ich meine, ich sehe aus meinem Fenster und sehe einen Vogel, der vielleicht nur eine Lebensspanne von ungefĂ€hr fĂŒnf Jahren hat. WĂ€hrend dieser fĂŒnf Jahre wird dieser Vogel wunderbare Musik machen, und dieser Vogel wird andere wunderschöne Vögel hervorbringen, die lange nach ihm leben werden. Das ist Grund genug fĂŒr sich selbst, das muß nicht verteidigt oder anders gerechtfertigt werden.

Umwelt & Aktiv: Die meisten Menschen glauben an Gott oder Götter, welche zu ihnen passen aufgrund ihres kulturellen Hintergrunds. Hat die Arbeit an „Die Welt ohne uns“ Ihren Glauben gestĂ€rkt oder eher geschwĂ€cht (insofern Sie ĂŒberhaupt einen Glauben haben)?

Alan Weisman: Hm, eine interessante Frage. Wissen Sie, kurz erwĂ€hnt, in „Die Welt ohne uns“ befrage ich einige religiöse FĂŒhrer, weil mir klar wurde, daß viele der Weltreligionen, einschließlich die zwei grĂ¶ĂŸten, Christentum und Islam, nicht glauben, daß es so etwas gibt wie „die Welt ohne uns“, weil die Welt in ihrem Glauben nur fĂŒr uns gemacht worden ist und daß es fĂŒr die Welt keinen Grund gibt, nach uns weiter zu existieren. Ich glaube das nicht wirklich. Ich vermute, meine beste Antwort darauf ist, daß die Existenz der Erde und die Existenz des Universums letztendlich ein Geheimnis ist, welches Wissenschafter nicht gelöst haben und nie dazu in der Lage sein werden und daß die Religion es nur mit den Worten von Kierkegaard zu erklĂ€ren vermag: „Da ist kein Grund fĂŒr den Verstand, aber GrĂŒnde fĂŒr das Herz“. Und weil es viele verschiedene Menschen und Kulturen gibt auf dieser Erde, gibt es auch viele verschiedene Religionen und jede hat eine andere ErklĂ€rung dafĂŒr, wie die Welt entstanden ist.

Als ein Ergebnis meiner Arbeit an diesem Buch bin ich mir unglaublich bewußt geworden ĂŒber die Macht des Lebens. Ich bin kein Kreationist, aber ich habe ein tiefes VerstĂ€ndnis dafĂŒr, warum Kreationisten glauben, es muß einen Gott geben, weil das Leben so voller Macht ist, daß man es anders nicht zu erklĂ€ren vermag. Was ich immer und immer wieder bei meinen Recherchen zu diesem Buch sah, ist, daß, egal wie schlimm Dinge zerstört werden, verkrĂŒppelt, verseucht oder radioaktiv verstrahlt – die Natur es stets schafft, daß immer etwas Leben einen Weg findet, um zu ĂŒberleben. Ein Tschernobyl kann explodieren, aber das Leben kommt trotzdem zurĂŒck. Wir können ein Aussterben haben, das 90% allen Lebens von der Erde wegwischt, so wie es vor 250 Millionen Jahren auf diesem Planeten stattfand, und dann kommt das Leben zurĂŒck, irgendwie. Es braucht Millionen Jahre, aber das Leben ist so stark, es kommt zurĂŒck. Als dieser Asteroid die Erde getroffen hat und wir alle diese SchlĂŒsselarten verloren haben, all diese großen Reptilien, die Dinosaurier, haben irgendwelche untergeordneten Kreaturen diese LĂŒcke geschlossen und die Erde hat sich wieder erholt.
Diese Kraft, diese Belastbarkeit und Beharrlichkeit des Lebens erfĂŒllt mich mit einem GefĂŒhl, das ich nur als spirituell beschreiben kann, aber so, als wĂ€re es eine nachgewiesene wissenschaftliche Tatsache.

Ich habe angefangen, dieses Buch zu schreiben, weil ich Angst um unseren Planeten hatte. Aber jetzt habe ich keine Angst mehr, die Erde wird das ĂŒberstehen. Worum ich jetzt fĂŒrchte ist der Planet, so wie du und ich ihn kennen, es ist der Planet, auf dem menschliches Leben möglich ist. Gerade jetzt ist unser Planet sehr verwundbar und wenn wir wollen, daß der Mensch ĂŒberlebt, dann mĂŒssen wir etwas unternehmen.

Da gibt es einen geistigen FĂŒhrer am Ende meines Buches, den ich den Sufi Meister von Istanbul nenne. Er sagte das gleiche zu mir, was ich auch von einem buddhistischen Mönch und einem anderen christlichen FĂŒhrer gehört habe, die ich alle fĂŒr mein Buch befragt habe. Alle drei sagten: Wir haben die spirituelle Pflicht, uns nicht nur darum zu kĂŒmmern, daß unsere Körper in unseren heiligen StĂ€tten, in unseren Kirchen, in unseren Synagogen, in unseren Moscheen oder in all den anderen schönen Orten rein fĂŒr das Gebet sind, sondern auch, diesen Planeten zu bewahren, so wie Gott ihn uns gegeben hat. Das hat mir wirklich gefallen, weil das bedeutet, daß ein jeder von uns, egal ob er glĂ€ubig ist oder nicht, wir alle haben eine gemeinsame Verantwortung. Und wenn wir das tun, wird es zum Vorteil fĂŒr uns und alle anderen Arten sein, und es wird die Erde bewahren. Ob wir es aus wissenschaftlichen GrĂŒnden tun oder aber aus Ă€sthetischen, weil wir wollen, daß alles schön aussieht, oder aus spirituellen GrĂŒnden, weil wir glauben, daß es eine gottgegebene Pflicht ist, spielt dabei keine Rolle. Der Planet wird mit der Hochachtung behandelt, die er verdient.
Ich hoffe, Sie finden hierin die Antwort auf Ihre Frage.

Umwelt & Aktiv: Stellen Sie sich vor, Sie hĂ€tten einen Wunsch frei, gegeben von einem Flaschengeist! Aber es ist Ihnen nicht erlaubt, diesen Wunsch fĂŒr sich selbst oder fĂŒr eine Sache Ihre Familie betreffend zu benutzen. Was könnte dieser Wunsch sein?

Alan Weisman: Nun, der Wunsch, den ich habe, wĂŒrde in der Tat mir selbst und meiner Familie zum Vorteil gereichen, es wĂ€re zum Vorteil der gesamten Welt und ich habe Ihnen diesen Wunsch gerade eben im Interview erklĂ€rt. Ich wĂŒnsche mir, daß meine Rasse, der Homo Sapiens, sich dankbar zeigt und sich selbst auf einen Level von harmonischem Gleichgewicht mit dem Rest unseres Planeten zurĂŒck bringt, anstatt stĂ€ndig im Krieg mit dem Rest des Planeten zu stehen. Wenn wir das tun, haben wir alle einen Vorteil davon, das ist mein grĂ¶ĂŸter Wunsch.

Umwelt & Aktiv: Meine letzte Frage an Sie: Können Sie nachts noch ruhig schlafen, mit diesem gesammelten Wissen, nachdem Sie „Die Welt ohne uns“ geschrieben haben?

(lange Pause, bis er antwortet)

Alan Weisman: Manchmal.

(alle lachen.)

Alan Weisman: Das ist eine ernste Antwort. Ich meine, es ist manchmal so, daß ich in meinem Bett liege, neben meiner geliebten Frau und hinauf zum Himmel schaue, zu diesem leuchtenden, diesem wunderbaren Firmament. Da ist noch der Raum hinter unserem Himmel, oberhalb unserer AtmosphĂ€re, die Sterne leuchten und ich kann immer noch das Pfeifen der Vögel hören, ich gehe nach draußen und obwohl ich auch daran denke, wie schlimm es um unseren Planeten steht, trotzdem ist dieser Moment wunderschön. Und das hilft mir, mich zu erinnern, daß, wenn wir in den nĂ€chsten Jahrzehnten das Richtige tun, unser Planet genesen kann, auf diesen wunderbaren Wegen, welche ich in „Die Welt ohne uns“ aufgezeigt habe. Das gibt mir eine große Hoffnung. Also, wenn ich mich auf diese Dinge konzentriere, das hilft mir, dann gut zu schlafen. Wenn ich spĂ€ter daran denke, welche Herausforderungen vor uns liegen, dann bin ich wieder hellwach, mitten in der Nacht. Beide Dinge sind wahr. Wir haben große Probleme, aber wir haben auch immer noch wunderbare Möglichkeiten, diese zu lösen. Ich hoffe, wir entscheiden uns rechtzeitig fĂŒr diesen Weg.

Umwelt & Aktiv: Wir danken Ihnen fĂŒr das GesprĂ€ch, Herr Weisman.

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Datum
21.10.2010

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