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Ein Besuch auf dem Krameterhof

Erlebnisbericht

Krameterhof

Der Holzer'sche Krameterhof

Viele haben schon von ihm gehört: Sepp Holzer, dem Agrarrebell. Sepp Holzer lebt im Lungau der kältesten Region , dem “Sibirien” Ă–sterreichs in Ramingstein. Er bewirtschaftet dort eine Fläche von ca. 45 ha in den Höhenlagen von 1100 m bis 1500 m auf ganz andere Art und Weise als die, die wir gewohnt sind, er nennt dies “Holzer´sche Permakultur” . Holzer´sche Permakultur bezeichnet ein lebendiges System der landwirtschaftlichen Nutzung. Basis ist die Beobachtung der Natur und der natĂĽrlichen Kreisläufe und diese so gut wie möglich nachzuempfinden.

Um uns mit dieser Bewirtschaftungsweise einmal bekannt zu machen und sie praktisch auf seinem Hof zu erleben, beschlossen wir, an einem Tagesintensivkurs teilzunehmen.

Krameterhof

Auf dem Weg zum Krameterhof

Nach einer steilen Anfahrt bergauf, versucht man eine geeignete Parkmöglichkeit fĂĽr sein Fahrzeug zu finden. Die erwartete touristische Aufmachung, die man nach der Vermarktung seiner Persönlichkeit sucht, fehlt. Durch ein gut gesichertes Tor betritt der Besucher nach persönlicher BegrĂĽĂźung die Anlage. Der Weg fĂĽhrt durch Rabatte von blĂĽhenden Rosen, Johannisbeeren, Rhododendren und allen möglichen anderen Sträuchern, Stauden und Bäumen zu einem gemĂĽtlichen Blockhaus, indem eine ausfĂĽhrliche EinfĂĽhrung in das Thema “Was ist Holzer´sche Permakultur” und “Möglichkeiten der Permalkultur mit und ohne Tierhaltung” stattfindet. Tiere bekommt man auf dem Hof leider nicht mehr zu sehen. Wegen wiederholten Kontrollen und Drangsalierungen seitens der Behörden, sah sich Sepp Holzer genötigt, seine Schweinehaltung aufzugeben.

Nach den anregenden Erklärungen geht es hinaus aufs Gelände. Zuerst werden die eingangs erwähnten Rabatten erläutert. Hier gedeihen Crawnberries, die Sepp Holzer selbst ausgesät hat, obwohl dies laut Meinung vieler Experten unmöglich sei. Er hat hierzu ein bestimmtes Verfahren entwicketl, dass er auch für viele andere Pflanzen verwendet. Rhododendren die bekannterweise in kalkhaltigen Böden nicht gedeihen und Rosen wachsen hier mit Rittersporn, Fichten, Himbeeren und vielen anderem wild durcheinander. Ein paar Meter weiter stehen fruchttragende Zitruspflanzen und kleinfruchtige Kiwis, die zwischen großen Findlingen, natürlichen Wärmespeichern, wachsen. Viel Beachtung findet eine Kräuterspirale oder Kräuterberg. Das ist ein Erdhügel mit vielen großen und kleineren (Wärmespeicher-) Steinen, auf dem Kräuter aller Art angesät wurden. Eine Apotheke vor der Haustür.

Krameterhof

Alles wächst und gedeiht...

Weiter geht es zu den HĂĽgelbeeten, die mit Radieschen, Salat usw. kreuz und quer eingesät wurden. Alles wächst und gedeiht sichtlich. Besucher dĂĽrfen sich als Kostprobe GemĂĽse aus der Erde holen. Etwas weiter erklärt Herr Holzer ausfĂĽhrlichst seine Zucht von Gelben Enzian (dem “Schnapsenzian”), der auf der roten Liste steht. Man kann ĂĽberall auf dem ganzen Gelände, den Wegen, Wiesen usw. Pflanzen davon entdecken.

Nach einer Mittagspause führt uns Herr Holzer weiter auf 1500 m Seehöhe zu seiner Alm. Wir wandern zwischen sehr hohem Getreide, dem zweijährigen sibirieschem Urkorn, das hier an vielen Stellen wächst weiter. Zur Besichtigung kommen sehr interessante Teichanlagen, die alle ohne Folien usw. sondern nur durch das Feststampfen der Erde mittels Bagger entstanden sind. In diesen Teichen werden vor allem Wasserpflanzen für Höhenlagen und Krebse gezüchtet. Durch eine natürliche Kreislaufwirtschaft in der Fischzucht, versteht es Sepp Holzer gesunde Fische und Krebse ohne Einsatz von chemischen oder mineralischen Mitteln sowie ohne Zufütterung zu gewinnen.

Krameterhof

Eine kleine Pause

Auf dem Gelände ist auch eine Räucherkammer zu finden. In ihr befindet sich geräuchertes Fleisch, dass schon drei Jahre dort hängt und immer noch zu essen ist. Es werden regelmäßig Proben davon untersucht. Diese Räuchekammer baute Sepp Holzer nach einem alten Vorbild. Sehenswert ist auch sein selbstgebauter Lehmbackofen.

Mit vielen kleinen Aufenthalten bei denen Herr Holzer Erklärungen zu den verschiedensten Pflanzen, Insekten, Sätechniken vielen anderen Dingen abgibt, geht die Wanderung weiter zu Bärenseealm. Auf dem ganzen Weg sehen wir Lupinen, Fingerhut, viele Distelarten, Obst-, Laub- und Nadelbäume und viele andere Pflanzen stehen. Hier darf alles wachsen.

Auf dem Weg nach unten zum Bauernhaus kommen die Unterschiede zwischen Sepp Holzers Areal und den umliegenden Wiesen und Wäldern besonders zum Vorschein. Auf den gegenüberliegenden Hängen, die mit Fichtenmonokulturen und den dazugehörigen baumlosen Schneisen trostlos anzusehen sind, besticht Sepp Holzer mit üppigem Grün und Sorten- und Artenvielfalt.

Krameterhof

Ăśppiges GrĂĽn

Was Herr Holzer den Seminateilnehmern mitgeben möchte ist, dass wir wieder mit der Natur leben sollen und uns einleben sollen in jedes Tier, jede Pflanze. Er möchte uns vermitteln, die Natur nicht auszunutzen, sondern nur das zu entnehmen, was wir wirklich brauchen. Die Natur zu beobachten, genau hinzuhören und hinzusehen und mit dem zufrieden zu sein was sie uns geben kann, dass möchte er uns näher bringen.

Wer Interesse am Krameterhof und der Holzer`schen Permakultur hat kann sich auf der Internetseite ĂĽber Exkursionen usw. erkundigen: www.krameterhof.at


Artikel-Metadaten

Datum
05.01.2010

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