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Gewässerbelastung ist Lebensbelastung!

Teich-Idylle

Laut Wasserrahmenrichtlinie hat bis allerspätestens 2027 für alle Gewässer ein guter ökologischer Zustand erreicht zu sein. Abgesehen vom wenig ambitionierten Zeithorizont ein im Grundsatz vernünftiges Ziel. Zu hohe Einträge von Phosphat, Nitrat, Chlorid oder Sulfat können eine bedeutende Beeinträchtigung der Wasserqualität bedeuten. Neben Phosphat trägt Nitrat entscheidend zur Eutrophierung der Gewässer bei. Der Schwellenwert für Nitrat beträgt gemäß der Verordnung zum Schutz des Grundwassers 50 mg/l. Nach Regierungsangaben des vergangenen Jahres wurde der Schwellenwert für Nitrat bundesweit an 106 von 739 Messtellen des repräsentativen Messnetzes für die Meldung von Gewässerdaten an die Europäische Umweltagentur überschritten, was einem Anteil von 14,3 % entspricht. Nach Kenntnisstand 2015 sind bundesweit 306 von insgesamt 1203 Grundwasserkörpern, sprich räumlich eindeutig abgrenzbaren Grundwasservorkommen, aufgrund einer hohen Nitratbelastung in einem schlechten chemischen Zustand.

In den Entwürfen der Bewirtschaftungspläne 2015 werden nur ca. erschreckend geringe 10 % der festgelegten natürlichen Fluss- und Bachabschnitte in einen „guten“ oder „sehr guten“ ökologischen Zustand eingestuft. Als häufigste Ursachen des Nichterreichens eines guten ökologischen Zustands gelten Verbauung, Begradigung und auch die durch Wehre unterbrochene Durchgängigkeit der Fließgewässer sowie zu hohe, meist aus der Landwirtschaft stammende Nährstoffbelastungen, wobei in den Flüssen und Bächen das Phosphat den entscheidenden Belastungsstoff darstellt. Die Fließgewässer-Wasserkörper mit einem Nitratgehalt von größer 50 mg/l liegen in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Nach dem Entwurf des 4. Pflanzenschutzmittel-Berichts der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser wird der Schwellenwert von 0,1μ/l für Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln einschließlich relevanter Abbau- und Reaktionsprodukte an 4,6 % aller untersuchter Grundwassermesstellen nicht eingehalten. Allerdings kritisiert „Umwelt & Aktiv“, daß keine Angaben für Wirkstoffe aus Biozidprodukten vorliegen, da es für diese Stoffe bislang keine bundesweite Datenerfassung und Auswertung gibt. Für die Jahre 2013 und 2014 liegen der Bundesregierung gegenwärtig Chlorid-Messergebnisse von 597 Messtellen des repräsentativen EUA-Grundwassermessnetzes vor. An 16 Messtellen wird der Schwellenwert von 250 mg/l Chlorid überschritten, wobei diese Messergebnisse lediglich aus 13 Bundesländern stammen. Allerdings sind die Werra und große Teile der Weser wegen der Salzbelastung, darunter Chlorid, in keinem guten ökologischen Zustand, wie die Bundesregierung selbst eingestehen mußte. Im Berichtsjahr 2013 wurden in 48 der ca. 9300 überwachten Wasserversorgungsgebiete Nichteinhaltungen vom Parameterwert 500 mg/l Sulfat im Trinkwasser festgestellt. – „Umwelt & Aktiv“ meint: Aus dem Wasser kommt das Leben – mit dem Wasser steht und fällt das Leben auch. Von daher fällt jede Gewässerbelastung auf uns zurück. Höchste Zeit für Politik, Industrie und auch Landwirtschaft ihre Hausaufgaben zu machen!

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 757618_web_R_K_B_by_Rosel Eckstein_pixelio.de.jpg

 

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