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Herbstlaub – Rückkehr zum Laubrechen

Seit Jahrtausenden wiederholt sich in der Natur der Kreislauf des Lebens und Sterbens. Millionen und Abermillionen Blätter segeln in diesen Tagen und Wochen zu Boden. Bewaffnet mit laut dröhnenden Laubbläsern und Laubsaugern wird nicht nur von Mitarbeitern der kommunalen Bauhöfe, sondern auch von privaten Gartenbesitzern, dem „lästigen“ Laub zu Leibe gerückt. Der Lärmterror der energiezehrenden Geräte ist für Menschen oft unerträglich und äußerst umstritten ist auch deren Effizienz. Fakt ist, daß die Maschinen nicht nur das Laub saugen und häckseln, sondern auch die darin lebenden, für den Naturkreislauf wichtigen Insekten, Käfer, Regenwürmer und andere Nützlinge, die im Laub überwintern. All diese meist filigranen Geschöpfe gehen künftigen Populationen verloren, ebenfalls als Nahrung für Vögel oder Igel.

Das war nicht immer so, sonst wäre der Niedergang der Vielfalt noch dramatischer. Doch was früher selbstverständlich war, scheint heute nicht mehr möglich zu sein: Laub per Hand zusammenrechen, um es zu kompostieren und langsam vor sich hinrotten zu lassen, bis es – zusammen mit Grasschnitt oder anderen Pflanzenteilen – zu Humus geworden ist. Im Komposthaufen können Insekten, Käfer, Regenwürmer, kleine Spinnen und Asseln überleben, um im nächsten Jahr neue Generationen hervorbringen zu können. Genauso wie im Laub, das unter Sträuchern und Hecken liegen bleiben und/oder vom Rasen dort hingerecht werden soll. Damit ist ein Überleben der ökologisch wichtigen Kleinstlebewesen gesichert, aber auch Vögel, Igel & Co. können sich in der nahrungsarmen Zeit „bedienen“. Ein zusätzlicher Laubhaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens ist für Igel ein ideales Überwinterungsquartier.

Umwelt- und Naturschutzverbände machen bereits seit vielen Jahren auf die Gefahren aufmerksam, die durch Laubsauger und –bläser entstehen. Ja, sie fordern sogar ein Verbot derselben. Daß dies nicht (mehr) durchsetzbar ist, dürfte keine Frage sein. Dennoch gibt es von einzelnen Kommunen inzwischen zaghafte Versuche, dem „Vernichtungskrieg“, aber auch der Lärmbelästigung Einhalt zu gebieten. Eine rechtliche Grundlage für ein Verbot der „Höllenmaschinen“ allerdings scheint in Deutschland nicht möglich zu sein, während z.B. in den USA in vielen, meist wohlhabenden Gemeinden, Laubbläser bereits seit Jahren verboten sind.

Im übrigen ist Laub auch kein Abfall, das über die Biotonne „entsorgt“ werden sollte, denn hier wird es zusammen mit anderem biologischen Abfall in der Regel in einer Vergärungsanlage bis 120 Grad Celsius zu (zum Teil Flüssig-) Humus umgewandelt, d.h. auch hier werden die Kleinstlebewesen mit vernichtet. In den kommunalen Kompostieranlagen wird zwar anders verfahren, das Ergebnis ist dasselbe.
In Zeiten des geradezu dramatischen Rückgangs unserer Insekten sollte jeder Hobbygärtner sich auch darüber Gedanken machen, ob er ebenfalls am Vernichtungskrieg teilnimmt oder doch lieber wieder zum altbewährten Rechen greift und so eine Unzahl an Klein- und Kleinstlebewesen zumindest in seinem Garten für den natürlichen Kreislauf am Leben erhält.

Leider greift auch die Unsitte immer mehr um sich, bereits im frühen Herbst die Früchte- und beerentragenden Sträucher und Hecken zu schneiden. Dadurch wird unseren Vögeln die lebenswichtige, natürliche Nahrung genommen, die durch das im Handel erhältliche Fertigfutter keineswegs ersetzt werden kann. Auch hier wünscht sich
Umwelt & Aktiv ein Umdenken und Mitmachen der vielen Hobby- und Freizeitgärtner!

Erika Hartmann / pixelio.de

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Datum
02.11.2018

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