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Kein Nein zur bevorstehenden Zulassung des Gen-Mais 1507

Genmais

Achtung! Gen-Mais

Obwohl „… die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik anerkennt…“, versäumte Deutschland bei der Abstimmung im EU-Ministerrat die wichtige Gelegenheit, sich mit einem klaren „Nein“ zur Zulassung des Gen-Mais 1507 zu äußern. Nun hat das letzte Wort die gentechnikfreundliche EU-Kommission, da sich keine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung fand.

Die bevorstehende Zulassung des Gen-Mais 1507 durch die EU-Kommission wäre aus verschiedenen Gründen skandalös: Sogar die sonst gentechnikfreundliche EU-Lebensmittelbehörde EFSA bemängelte, daß es keine ausreichenden Untersuchungen über die Auswirkungen des eigenproduzierten Giftes Cry1F auf „Nichtzielorganismen“ (sprich: Bienen, Menschen usw.) gäbe. Bei einer Untersuchung in den USA (Hanley et al. 2003, Utah) war Cry1F zu 100 Prozent tödlich für Schmetterlinge. Das Gift ist vielfach wirksamer als das Bt-Toxin des Maises MON 810, der hier verboten ist.

Der Mais 1507, entwickelt von dem US-Saatgutunternehmen Dupont Pioneer, soll tolerant gegen Unkrautvernichter mit Glufosinat sein, das ab 2017 sowieso höchst wahrscheinlich in der EU verboten sein wird. Was soll das also? Die Europäer wollen nach allen bekannten Umfragen mehrheitlich keine Gentechnik im Essenskreislauf. Daß die Politik und auch die Bundesregierung bei ihrer Enthaltung am 27.1.14 in Brüssel das zugunsten von wenigen Großkonzernen ignoriert, ist Hochverrat am Souverän und seiner Gesundheit. Gen-Lebensmittel werden zudem nicht gebraucht: Jedes Klima, jede Region, jeder Boden hat die ihm optimal angepaßten Feldfrüchte. Die erhält man aber durch Saatgutvielfalt, nicht durch Pfuschwerk zu Gewinnzwecken von Patentinhabern oder durch EU-Verbote alter Sorten.

Der Gen-Mais 1507 steht symbolisch für ein verfehltes Landwirtschaftsmodell, das nicht mit, sondern gegen die Natur arbeitet. Ein EU-weites striktes Verbot wäre daher dringend angebracht gewesen – die Stimmenthaltung Deutschlands kann daher durchaus als Desaster gewertet werden.

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Datum
17.02.2014

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2 Kommentare zum Artikel “Kein Nein zur bevorstehenden Zulassung des Gen-Mais 1507”


  1. UB meint:
    17.02.2014 um 21:00


    Der Genmais MON 810, deren Anbau hier in D. verboten ist, wurde bei uns um die Ecke illegal angebaut (zwischen Eilenburg und Bad Düben). Das ist der Wahlkreis des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsminister Cupfer. Wenn dann der Todesmais 1507 kommt, werden alle Dämme brechen. Danach wird es keine Bio-Landwirtschaft mehr geben. Auch die angebliche Öko-Partei -die Grünen, sind mehrheitlich für die sogenannte Biotechnologie. Man kann nur hoffen, daß in diesem Wahljahr der Wähler nicht auf diesen Schwindel hereinfällt.

  2. ER meint:
    24.02.2014 um 05:18


    Phase 1: Raupen fressen Mais auf.

    Phase 2: DuPont/Pioneer genmanipuliert Mais, damit er Gift gegen die Raupen bildet.

    Phase 3: Die Raupen bilden eine Resistenz gegen das Gift.*

    Tatsache ist: Die Bauern kaufen nun mehr Spritzmittel für den Genmais 1507. Und zwar: Produkte von Bayer und DuPont Pioneer. Pioneer verdient hier doppelt, erst mit Saatgut, dann mit Spritzmitteln.

    *http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/gentechnik-mais-eu100.html


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