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Leitungswasser – die nachhaltige Wahl

Jede Minute werden weltweit eine Million Plastikflaschen gekauft. Ohne guten Grund geben Menschen mit Zugang zu vollkommen klarem und kontrolliertem Leitungswasser enorme Mengen an Geld für abgefülltes, verpacktes Wasser aus. Mit einem Pro-Kopf-Konsum von abgefülltem Wasser liegt Deutschland mit 142 Litern an vierter Stelle – nach Mexiko, Thailand und Italien. Eine große Gefahr für unsere Umwelt.

Der Aufstieg des Wassers in Flaschen begann in den 70er Jahren, als der Chemiker Nathaniel Wyeth die erste PET-Flasche patentierte. PET-Flaschen eignen sich für allerlei Getränke, ob Wasser oder Softdrinks, gesprudelt oder ungesprudelt. Die Ölindustrie freute sich und sah Profit. Warum? Die Herstellung von PET-Flaschen basiert auf Erdöl. 100 ml Erdöl wird für eine 1-Liter-Plastik-Flasche benötigt – dazu kommen noch Kohle, Erdgas und extra Wasser. Um die jährlichen CO2-Emissionen der weltweiten Produktion von PET-Flaschen auszugleichen, müßten wir eine Fläche 100 mal so groß wie das Saarland bepflanzen.

Doch nicht nur die Produktion von Plastikflaschen, auch die Entsorgung richtet Schaden an: Denn was passiert eigentlich mit den 32 Millionen Plastikflaschen, die wir täglich benutzen? Zwar gibt es in Deutschland ein Pfandsystem, doch die Flut an Einwegflaschen ist damit nicht zu stoppen. Die Umweltbilanz einer Einwegflasche ist aufgrund von meist längeren Transportwegen und einem höheren Rohstoffverbrauch deutlich schlechter als die von Mehrwegflaschen. Gleichzeitig ist der Anteil von Mehrwegflaschen seit 2004 von 66% auf 44% gesunken. Zum Ärger von Umweltschützern.

Mit Einweg-Flaschen läßt sich leider mehr Geld machen. Das recycelte Plastik kann gut weiterverkauft werden. Und hier ist der Haken: Nur 25% der recycelten Flaschen werden zur Produktion neuer Flaschen verwendet. Der Rest wird zu minderwertigen Produkten weiterverarbeitet, die dann wiederum nicht immer recycelt werden. Und trotz Entsorgungs- und Recyclingsoptionen landen immer noch Unmengen an Flaschen in der Natur. Bis eine Flasche hier biologisch abgebaut ist, kann es über 1.000 Jahre dauern.

Wasser ist zum Handelsgut und für manche Unternehmen längst eine lukrative Einnahmequelle geworden. Große Konzerne sichern sich für wenig Geld die Wasserrechte für bestimmte Regionen, pumpen hier das Wasser ab, füllen es in Flaschen und verkaufen es zu teils enorm hohen Preisen. Warum kaufen wir denn eigentlich immer noch Wasser aus Flaschen? Kritiker bezeichnen Flaschenwasser als einen der besten Marketingtricks. Auf den Flaschen locken idyllische Landschaftsbilder von grünen Wiesen, kristallklaren Seen oder schneebedeckten Bergen. Blindtests zeigen jedoch immer wieder, daß ein Unterschied zwischen abgefülltem Wasser und Leitungswasser nicht erkennbar ist. Außerdem ist Leitungswasser das in Deutschland am strengsten kontrollierte Lebensmittel.

Wasser aus der Flasche ist selten besser oder gesünder als Leitungswasser, verursacht hingegen ein ökologisches Desaster. Sind Verbraucher verunsichert und gehen davon aus, daß abgefülltes Wasser automatisch hochwertiger ist? Schauen Sie sich diese neue Infografik an und sagen auch Sie:

Nein zu Plastikflaschen!

 

Bildquelle: http://trademachines.de/info/abgefuelltes-wasser/

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Datum
22.09.2017

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1 Kommentare zum Artikel “Leitungswasser – die nachhaltige Wahl”


  1. R. Berger meint:
    25.09.2017 um 18:33


    Die Unterschiede in der Leitungswasserqualität sind erheblich. Während man z.B. in MĂĽnchen erstklassiges Wasser ( Mineralwaserqualität ) direkt aus dem Voralpenland bekommt, ist das Wasser z.B. auf italienischen Campingplätzen und wohl auch in den Haushalten zum Trinken, Kaffee, Tee nur schwerlich zu genieĂźen – die 6er-1,5Liter-Packungen sind daher leider allgegenwärtig. Auch im Ruhrgebier und BaWĂĽ (Bodenseewasser) greift man wohl fĂĽr den direkten GenuĂź wohl lieber zur Flasche. Die Stadtwerke MĂĽnchen versuchen ĂĽbrigens seit langem auf die Mineralwasserqualität ihres Produktes hinzuweisen.