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Mikroplastik in Kosmetika

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Der Plastikwahn und insbesondere seine Folgen – beispielsweise der PlastikmĂĽll in den Weltmeeren – dringt zunehmend ins allgemeine BewuĂźtsein, weniger hingegen das Problem Mikroplastik. Beim Thema Plastikvermeidung wird unwillkĂĽrlich zumeist noch an die Jutetasche anstelle der PlastiktĂĽte gedacht, und nicht an das Duschgel oder den Lippenstift. Bei der primären Mikroplastik handelt es sich um kleine Plastikpartikel von weniger als fĂĽnf Millimeter, die nicht durch Zerkleinerung größerer PlastikstĂĽcke entstehen, sondern als Zusatz von kosmetischen Mitteln, wie Duschgels, Peelings oder Wimperntusche u. ä. Ăśber das Abwasser gelangen diese Teilchen, da zu klein, um von Kläranlagen gefiltert werden zu können, in die Umwelt, nicht zuletzt ĂĽber FlĂĽsse und Gewässer auch in die Meere, wo diese, weil biologisch kaum abbaubar ĂĽber hunderte von Jahren treiben können. Und nicht allein, daĂź angefangen ĂĽber Kleinstlebewesen diese unverdauliche Mikroplastik in die Nahrungskette gelangt, sprich letztendlich auch auf unserem Teller, sammeln sich darĂĽber hinaus aufgrund seiner chemischen Struktur gleichsam magnetisch diverse mitunter auch krebserregende Schadstoffe an den Mikroplastikteilchen an.

Grundsätzlich muß daher danach getrachtet werden, daß kosmetische Mittel aus Umweltsicht keine schwer abbaubaren synthetischen Polymere enthalten, wie zum Beispiel das als Trübungsmittel in Duschgels eingesetzte Styrol-Acrylat-Copolymer, allerdings sieht die europäische Kosmetik-Verordnung bislang keine Regulierung von Stoffen zum Schutz der Umwelt vor. Einer vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) veröffentlichten Broschüre, die sich mit Plastik in Kosmetika befaßt, kann eine umfangreiche Liste von Bezeichnungen entnommen werden, anhand derer man diese Stoffe in der Inhaltsstoffangabe erkennen kann, um diesbezügliche Produkte als umweltbewußter Verbraucher zu vermeiden. Über nachfolgenden Weltnetzverweis möchte „Umwelt & Aktiv“ auf besagte Broschüre aufmerksam machen:

http://unep.org/gpa/documents/publications/PlasticinCosmetics2015Factsheet.pdf

Ebenso hat sich der Bund fĂĽr Umwelt und Naturschutz in Deutschland mit seinem Einkaufsratgeber zum Thema verdient gemacht, weshalb nachfolgend auch darauf hingewiesen sein soll:

http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/meere/131119_bund_meeresschutz_mikroplastik_produktliste.pdf

BegrĂĽĂźenswert sind hoffnungsvolle Untersuchungen seitens des Fraunhofer Instituts, die aufgezeigt haben, daĂź Mikroplastik durch Wachspulver, beispielsweise aus Bienenwachs, ersetzt werden kann.

Gerhard Keil

 
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