Umwelt & Aktiv

Das Magazin fĂĽr gesamtheitliches Denken

Das Magazin fĂĽr ganzheitliches Denken

Umweltschutz, Tierschutz, Heimatschutz

Patent auf Schrumpeltomate

303428_web_R_K_B_by_Zvezda P.-D._pixelio.de

Immer öfter beantragen Unternehmen Patente auch auf bestimmte Züchtungen von Gemüse. Am 8.12.2015 bestätigte die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts (EPA) das vor mehr als 10 Jahren von Israel beantragte Patent auf die sog. „Schrumpeltomate“. Der ungewöhnliche Name beruht auf der Eigenschaft dieser konventionell gezüchteten Tomatensorte, die weniger Wasser enthält und dadurch bereits am Strauch schrumpelt, ohne zu verderben. Vorrangig genutzt werden soll sie zur Herstellung von Ketchup.

Dieses Ergebnis dürfte Signalwirkung für weitere Patente auf Grundnahrungsmittel haben. Dabei geht es grundsätzlich um die Frage, ob konventionell gezüchtetes, d.h. ohne Gentechnik hergestelltes Saatgut, überhaupt patentiert werden kann. Denn das Exklusivrecht an der kommerziellen Nutzung ihrer „Erfindung“ hat weitreichende Folgen: Es führt zu steigenden Preisen vom Saatgut bis zum Lebensmittel, trägt zu einer weiteren Marktkonzentration im Saatgutbereich bei und stellt die Ernährungssouveränität der Menschen hinter die Interessen der Saatgutkonzerne – das Patentamt schafft Rechtssicherheit für Ausbeutung.

Bereits im April d.J. wurde vom Europäischen Patentamt dem US-Agrarkonzern Monsanto das Patent auf Brokkoli erteilt. Die darauf folgenden massiven Proteste hatten nur noch Symbolcharakter und änderten nichts an der Entscheidung.

Auch Patente auf Leben werden immer öfter beantragt und von EPA auch erteilt. Diese skandalöse Praxis würdigt Lebewesen zu Waren herab. Konzerninteressen werden vor die Interessen der Verbraucher gestellt. Daher fordern internationale Bündnisse und Umweltorganisationen ein generelles Verbot auf Leben.

 

 

 

Bildquellenangabe: Zvezda P.-D.  / pixelio.de

Verwandte Artikel:


Artikel-Metadaten

Datum
11.12.2015

Kategorie



Kommentare sind nicht mehr zugelassen.