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Precycling – unverpackt einkaufen!

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Müll

In den Weltmeeren schwimmt mehr Plastik als Fische und laut Stand 2013 befinden wir uns in Deutschland mit jährlich 617 kg Hausmüll pro Kopf unter den traurigen Spitzenreitern. Recycling ist zwar in aller Munde, nur steht dem eine Entwicklung der Verpackungspraxis von zunehmend komplexerer Art und unterschiedlichster Materialzusammensetzung entgegen. Am wenigsten Umweltprobleme bereitet derjenige Müll, der erst gar nicht entsteht. Dieser Philosophie folgt auch das Konzept der sogenannten „Unverpackt-Läden“. Der Name ist bei diesen Läden Programm und dies Programm sollte Schule machen, da diese Läden im Regelfall bestrebt sind, nicht nur ohne Verpackungsmüll ihre Produkte zu verkaufen, sondern darüber hinaus zumeist auch die Aspekte Bio und Regio zu verwirklichen. Oftmals stammt das Gemüse von Lieferanten wie der Firma Etepetete, die optisch nicht ästhetisch einwandfreies Obst und Gemüse, wie beispielsweise krumme nicht normgerechte Gurken oder Karotten vermarkten. So zum Beispiel in einem noch jungen Geschäft in München-Schwabing, in dem es sogar Zahnputztabletten gibt, mit denen man sich sozusagen die Zahncreme erkaut, um Verpackung zu vermeiden.

Der Verbraucher nimmt für seinen Einkauf seine eigenen Behältnisse mit bzw. bedient sich im Bedarfsfalle angebotener Pfandbehälter oder Baumwollsäckchen. Es ist zwar nötig, vor dem Einkauf das Gewicht der Behältnisse festzustellen, doch dafür kann man auch flexibel nur so viel einkaufen, wie man wirklich braucht. Inzwischen existieren solche Unverpackt-Läden unter anderem in Kiel, Hannover, Berlin, Dresden, Heidelberg, München, Passau oder Wien und Innsbruck. Da nicht gänzlich alle Produkte leicht in Großpackungen zu bekommen sind, ist nicht selten die Produktbeschaffung für diese Läden eine Herausforderung. Auffällig ist, daß besagte Unverpackt-Läden häufig erst auf dem Wege von Crowdfunding zum Leben erwachen, was darauf schließen läßt, großen Schwierigkeiten bei Bankkrediten und beim Zugang zu Fördermitteln ausgesetzt zu sein. Hier wäre eindeutig die Politik gefragt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die zu einer spürbaren Erleichterung diesbezüglicher Geschäftsgründungen führen. Ungeachtet dessen bleibt zu hoffen, daß sich gründungswillige Entrepreneure wie auch zahlreiche Verbraucher vom Thema „Unverpackt-Läden“ inspirieren lassen. Über nachfolgenden Weltnetzverweis besteht die Möglichkeit, sich über Standorte von Unverpackt-Läden kundig zu machen:

http://www.bento.de/nachhaltigkeit/gruen-13224/

„Umwelt & Aktiv“ meint: anpacken statt verpacken!

Gerhard Keil

 

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Datum
02.03.2016

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