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Rezept für die Plastiksuppe oder wie ernähren Kosmetika die Weltmeere?

Plastikmüll_Strand_Meer_Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)_pixelio

Plastiktüten, Spielzeuge, Verpackungen und alles Plastikähnliches nehmen, würfeln (oder anders, je nach Kreativität, schneiden), ins Wasser hinzufügen und mischen. Abstellen (die Suppe ist viele Jahrhunderte lang haltbar) oder sofort essen und durch nächste Jahrhunderte verdauen. Guten Appetit!

Irreal? Unsinn? Das ist jedoch die Suppe, die wir, Menschen aus allen Kontinenten, Tag für Tag sorgfältig und mit großer Mühe (meistens aber ohne große Gedanken) produzieren. Die sog. Müllsuppe befindet sich im Pazifik und bedeckt die Fläche, die zweimal größer ist als die Fläche von den Vereinigten Staaten. Untersucht wird diese Plastiksuppe erst seit 1998, was darauf zurückzuführen ist, dass Plastik im Wasser zerkleinert wird und diese kleinen Teilchen nicht durch Satelliten entdeckt werden. Die Plastiksuppe wird jedes Jahr größer – Die Wissenschaftler schätzen, dass sie etwa 3,5 Mio. Tonnen wiegt und ständig zunimmt. Diese Suppe im Pazifik nahm schon eine so große Form an, dass sie heutzutage mit einem eindrucksvollen Namen „der Siebte Kontinent” bezeichnet wird.

Der Siebte Kontinent – so hieß auch eine wissenschaftliche Expedition, die es abzielte, die Müllsuppe zu forschen und Schlussfolgerungen für die Welt zu ziehen. Nach dieser Forschungsreise schlagen die Wissenschaftler Alarm. Zerkleinerte Plastikteile werden zur Ernährung von Plankton, Meeresfrüchten und Fischen, die uns dann als gesunde Ökoprodukte angeboten werden. Bekannt sind auch Erstickungserscheinungen unter Vögeln, die Plastiksuppe zu fressen versuchten. Die Wissenschaftler weisen auch auf ein anderes Phänomen hin. Das Mikroplastik könne leicht durch Fische und Meeresfrüchte transportiert werden und so könne es in unberührte Gebiete gelangen und sie verseuchen.

Man könnte natürlich glauben, dass diese Suppe nicht so heiß gegessen wird, wie sie gekocht wird: Sie betreffe doch diese Menschen, die in Amerika leben, wir seien von der Sphäre ihres Einflusses entfernt. Das Problem der Plastiksuppe ist jedoch vielschichtig und verbreitet sich auf der ganzen Welt. Selbst das Mittelmeer ist davon betroffen. Laut den Wissenschaftlern befinden sich auf seiner Oberfläche etwa 500 Tonnen der Plastikteilchen, die aus verschiedenen Quellen kommen: aus direkt ins Meer geworfenen Tüten, Plastikverpackungen sowie aus Mikroplastik aus Kosmetika. Wir sollten unsere Meere nicht mehr als Mülldeponien für Plastik betrachten, so der Tenor der wissenschaftlichen Exkursionen. An dieser Stelle taucht die Frage auf, ob die von uns ergriffenen Maßnahmen alle Aspekte des Umweltschutzes umfassen. Natürlich gehören Mülltrennung und Mehrwegflaschen zu unserem Alltag, wie es sich jedoch herausstellt, sind diese Ökomaßnahmen nicht ausreichend. Diese Insuffizienz der unternommenen Handlungen wird dadurch verursacht, dass nicht alle Verunreinigungen, die in Kläranlagen gelangen, durch sie entdeckt und beseitigt werden können. Kläranlagen können zwar Plastikabfälle erfolgreich entdecken, es sei denn, Plastikteile sind zu klein und lassen sich nicht herausfiltern. Nicht abgesondert werden kann das Mikroplastik, das sehr oft ein Bestandteil von Kosmetika ist. Es befindet sich oft in Peelings in Gestalt von Polyethylen, das ein ausgezeichneter Reibkörper ist und sich für die Reinigung oberer Hautschichten eignet. Obwohl es eine hervorragende Wirkung auf die Haut hat, trägt es zur Vergrößerung der Plastiksuppe bei. Es darf auch nicht übersehen werden, dass dieses Mikroplastik in die Nahrungskette durch Fische und Meeresfrüchte gelangt, im Endeffekt verzehren wir also unsere Peelings.

Es wurde nachgewiesen, dass Kosmetika auch für die Vergrößerung der Plastikverseuchung in Meeren mitverantwortlich sind. Kosmetika-Hersteller sehen aber eine Alternative für Polyethylen in Peelings. Als gute Reibkörper gelten auch natürliche Stoffe wie z.B. zerdrückte Nussschalen oder Aprikosenkerne, die in Naturkosmetik eingesetzt werden.

Es ist jetzt an der Zeit, zu entscheiden, was wir weiter mit der Plastiksuppe machen: folgen wir den Richtlinien der Forscher nach oder stellen wir immer mehr Müll in Form von Plastikverpackungen oder Mikroplastik in Kosmetika her? Wählen wir die zweite Möglichkeit, dann müssen wir uns dessen bewusst sein, dass wir die Suppe selbst auslöffeln müssen, die wir uns eingebrockt haben.

Autor & Quelle: http://love-me-green.de

Bildquelle: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM)  / pixelio.de

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