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Sieg für die Artenvielfalt

Sieg für die ArtenvielfaltEin industrieller Saatgut-Hersteller hatte beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen ein in Frankreich entstandenes bäuerliches Saatgut-Netzwerk geklagt, da dieses mehr als 461 Sorten Saatgut angeboten hatte, die nicht in offiziellen Sortenkatalogen eingetragen waren. Die Klage lautete auf Schadenersatz und Vermarktungsverbot dieser Sorten wegen unlauteren Wettbewerbs.
Der hart umkämpfte Markt für Saatgut wird von einigen Agrar-Großkonzernen wie Monsanto (umstritten wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte), Syngenta, Dupont, Bayer und BASF kontrolliert. Unzertifizierte Sorten durften bisher nicht in den Handel, sie mußten in mindestens einem EU-Staat zugelassen sein. Eine Zulassung jedoch ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer und kann daher meist nur von großen Unternehmen gestemmt werden.
Bestehende EU-Richtlinien berücksichtigten zwar bereits bisher die wirtschaftlichen Interessen der Verkäufer von alten Sorten und erlaubten unter bestimmten Voraussetzungen die Vermarktung. Die Regelung wurde jedoch nicht in Gesetzesform gebracht, obwohl Bauernverbände bereits vor zehn Jahren Ausnahmen durchgesetzt hatten.
Mit der Abweisung der Klage bestätigte nun der Europäische Gerichtshof, daß europäische Bauern aus alten und amtlich nicht zugelassenen Pflanzensorten selbst Saatgut herstellen und auch vermarkten dürfen. Dieses Urteil ist ein Sieg für die Rechte von Bauern, insbesondere von Ökolandwirten, es ist aber auch ein Sieg für die Artenvielfalt.
Wichtig ist, daß nicht nur das Wissen um alte Sorten nicht verloren geht, sondern daß die Produkte alten Saatguts wieder in den Nahrungskreislauf gelangen. Saatgut ist Kulturgut und eine Pflanzenzüchtung, die Saatgut nicht als Ware, sondern als Gemeingut versteht, richtet sich gegen die derzeit in die falsche Richtung gehenden Entwicklungen in der industrialisierten Landwirtschaft. Die Erhaltung von alten Gemüse-und Obstsorten und die Bewahrung der Vielfalt für kommende Generationen sollte das Ziel sein!

Bildquelle: sabine schmidt / pixelio.de

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Datum
06.08.2012



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