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Unsere verdammte Pflicht ist es, nicht aufzugeben!

rolf-stolzUmwelt & Aktiv im Gespräch mit Rolf Stolz

Rolf Stolz, Jahrgang 1949, absolvierte erfolgreich ein Studium der Psychologie in Köln und Tübingen. Als Aktivist der Studentenbewegung zählte er zu den Mitherausgebern der deutsch-türkischen Betriebszeitung „Arbeiter-Tatsachen“. 1967 engagierte er sich im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS). Von 1969 bis 1970 war er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten  (KPD/ML). Als Gründungsmitglied der GRÜNEN war er Sprecher des Kreisverbandes Köln und Mitglied der Bundesprogrammkommission. An der Seite von Petra Kelly und August Haußleiter gehörte er als Schriftführer von März 1980 bis Oktober 1981 zum fünfköpfigen Geschäftsführenden Bundesvorstand der GRÜNEN. Heute arbeitet Rolf Stolz als Publizist, Schriftsteller und Fotograf. Er veröffentlicht regelmäßig in der „Jungen Freiheit“ und in „Compact“, was naturgemäß für ein Mitglied der Partei „Bündnis 90 / Die Grünen“ nicht ganz konfliktfrei ist. Andererseits hat es in 35 Jahren nicht einmal einen Antrag auf Ausschluß gegeben – auch wenn die „TAZ“ genau dies in einer von zahlreichen unzutreffenden Meldungen behauptet.
Zuletzt wurde sein mehr als 20 Jahre altes Buch „Der deutsche Komplex: Alternativen zur Selbstverleugnung“ im Lindenbaum Verlag neu aufgelegt – ein Versuch, jenseits von Auschwitz ein deutsches Selbstbewußtsein ohne Faschismus und Kommunismus zu erreichen.

U&A: Herr Stolz, vor gut einem Jahr erschien in nahezu unveränderter Fassung Ihr Buch „Der deutsche Komplex: Alternativen zur Selbstverleugnung“ in einer Neuauflage. Ist es nicht deprimierend, daß Ihre politische Analyse nach über 20 Jahren nichts an Aktualität verloren hat?

Ja, das ist es, aber die Geschichte ist nun einmal kein Wunschkonzert und unsere verdammte Pflicht als denkende Opposition ist es, nicht aufzugeben und mit langem Atem unter den neuen Bedingungen die alten Ziele zu verfolgen. 

U&A: Unterscheiden sich der heutige Leserkreis des Buches bzw. die Reaktionen im Vergleich zu damals?

1990 erschien das Buch im Straube-Verlag, der damals über hundert Mitarbeiter hatte, aber leider wenig später, bedingt durch wirtschaftliche Probleme, sich zurückzog auf medizinische Fachbücher. Damals wurde das Buch in der „Süddeutschen Zeitung“ und in der „Welt“ besprochen. Heute hat ein solches Buch es ungleich schwerer – die Großverlage orientieren sich meist nur noch an den Vermarktungschancen und an der Political Correctness, die Medien schweigen Unerwünschtes tot. Damit erreicht man natürlich zunächst einmal weniger Leser, aber womöglich immer noch die richtigen und wichtigen.  

U&A: Sie haben eine sehr bewegte parteipolitische Vergangenheit. Was war das ausschlaggebende Motiv, die KPD/ML zu verlassen und schließlich als Mitbegründer der GRÜNEN zu wirken?

Bewegung ist ja nichts Schlechtes, solange man nicht im Kreis läuft oder sich dauerhaft in Sackgassen verrennt. Ich war nicht zuletzt aus Begeisterung für Rudi Dutschkes blockübergreifende patriotisch-internationalistische Haltung in den SDS gegangen. 1969 löste sich der SDS auf und überall bildeten sich neue Organisationen. Zu diesen gehörte die KPD/ML. Beeindruckt von dem 2012 gestorbenen nationalen Kommunisten Klaus Schaldach (mein Nachruf auf ihn findet sich in der „Blauen Narzisse“ vom 21. 1. 2013) trat ich der KPD/ML bei und verließ sie bald schon wieder, als ihre verschiedenen Spaltungsprodukte sich alle in Richtung eines sektiererischen Neostalinismus entwickelten. Mit anderen gründete ich eine regionale unabhängig-sozialistische Organisation, aus der sich 1976 die „Vereinigte Linke“ (VL) entwickelte, die mit ihren sehr begrenzten Möglichkeiten versuchte, die Linke jenseits von Anarchismus und Staatssozialismus zu einigen, für ein neutrales wiedervereinigtes Deutschland zu werben und Auswege aus der ökologischen und kulturellen Krise aufzuzeigen. Für diese Ziele bin ich seit Mitte 1979 innerhalb und außerhalb der GRÜNEN eingetreten. Von daher war es nur konsequent, daß die VL sich auflöste, als die Chance entstand, das Zirkelwesen zu verlassen und politisch innerhalb einer großen Volksbewegung zu wirken. 

U&A: Waren Sie einer der typischen „K-Gruppen-Unterwanderer“, von denen heute konservative ehemalige Gründungsgrüne sprechen? Wie wichtig war und ist Ihnen der Umweltschutz? Inwieweit war die Partei nur Vehikel marxistischer Ideologie?

Die einzelnen, die aus den K-Gruppen kamen, lassen sich nicht einer einzigen Motivation zuordnen. Was die VL betraf, so hatte sie bereits Mitte der siebziger Jahre begonnen, z.B. gegen das Umweltgift PVC zu mobilisieren. Wir wollten ehrlich und unbedingt eine Partei „von Gruhl bis Dutschke“, von demokratischen Rechten bis zu demokratischen Linken.

Andererseits gab es in den GRÜNEN die vom „Kommunistischen Bund“ (KB) abgespaltene „Gruppe Z“, innerhalb der sich Leute befanden wie Jürgen Reents, der Jahre später die GRÜNEN verließ und als Chefredakteur des „Neuen Deutschlands“ endete. Eine vom Bundesvorstand gebildete dreiköpfige Untersuchungskommission, zu der Roland Vogt, August Haußleiter und ich gehörten, empfahl 1981 einstimmig, die „Gruppe Z“ nicht aus der Partei auszuschließen. Das war richtig und bleibt richtig, denn es waren eben nicht die linken „Fundis“ wie Rainer Trampert und Thomas Ebermann, sondern die „Realos“, die aus den GRÜNEN in den neunziger Jahren eine neoliberale, amerikahörige NATO-Partei machten. Dabei erhielten sie von jenen Schützenhilfe, die wie Antje Vollmer aus „KPD/AO“ und „KBW“ zu den GRÜNEN stießen und schon Mitte der achtziger Jahre alles über Bord geworfen hatten, was sie einst verfochten hatten  wie Blockfreiheit, Abzug der fremden Truppen, Wiedervereinigung.
 

U&A: Sie haben sich schon früh für einen linken Patriotismus eingesetzt. Ich denke z.B. an Ihren Sammelband „Ein anderes Deutschland – Grün-alternative Bewegung und neue Antworten auf die Deutsche Frage“ (Edition Ahrens, Berlin 1985; heute nur noch antiquarisch erhältlich). Sie schrieben darin u.a. zusammen mit dem Historiker Herbert Ammon. Wie haben die Grünen und die Linke damals auf Sie reagiert? Warum tun sich diese Kreise so schwer mit einem neuen, positiven Patriotismus?

Wer politische Prozesse begreifen will, darf die Zeitachse nicht vergessen. Im Sommer 1981 erhielt ich viel Unterstützung in der Partei, wurde aber gleichwohl von einer Intrigenfronde, die von der Alternativen Liste (AL) Berlin geschmiedet wurde, im Herbst abgewählt und durch den ALer Ernst Hoplicek ersetzt, der später zur FDP wechselte. Andererseits hatte ich die Unterstützung des Parteivorstands und der Bundestagsfraktion, als ich 1983 in Köln die erste bundesweite Konferenz zu einer alternativen Deutschlandpolitik organisierte und 1984 im Rahmen der Tutzinger Gespräche als offizieller Vertreter der GRÜNEN mit Stolpe, Bender und Gauß debattierte.

Gleichzeitig setzte 1984 eine Kampagne der faschistoiden „Antifa“ gegen mich und gegen die von mir gegründete „Linke Deutschland-Diskussion (LDD) ein – zunächst getragen von obskuren Sozialdemokraten wie Peter Kratz. Erst in den neunziger Jahren schlossen sich Grüne dem an, im Gleichschritt mit der von oben und außen betriebenen Umwandlung der Partei in eine olivgrüne Neo-FDP, was Wikipedia so hübsch einen „Wandel von radikalen ökologischen und pazifistischen Forderungen hin zu einer pragmatischeren inhaltlichen Ausrichtung“ nennt. Da mußte dann über Bord, was 1980 im „Saarbrücker Programm“ (S. 19) als klare Kursbestimmung enthalten war: „Der Ausbau einer am Leitwert Frieden ausgerichteten Zivilmacht muß mit der sofort beginnenden Auflösung der Militärblöcke, vor allem der NATO und des Warschauer Paktes einhergehen. Damit wird die Grundlage geschaffen, um die Teilung Europas und damit auch die deutsche Spaltung zu überwinden.“ Im 2002 in Berlin (im Tempodrom, nicht im Sportpalast) mit DDR-adäquaten 90 Prozent  beschlossenen neuen Parteiprogramm (S. 162) heißt es dagegen: „Das Bündnis bedarf nach dem Ende der Blockkonfrontation einer Reform, die durchaus die Perspektive einer Neugestaltung beinhalten kann. Wir sehen in der Einbindung der USA in multinationale Organisationen eine wichtige Voraussetzung dafür, daß die USA trotz ihrer internationalen Sonderrolle als gleichberechtigter Partner in der Staatengemeinschaft mitwirken.“

U&A: Sehen Sie echten Umweltschutz im gegenwärtigen Parteiprogramm der GRÜNEN noch gegeben? Oder bildet der Umweltschutz mittlerweile eher einen Nebenkriegsschauplatz im ganzen Gender- und Refugee-Wirrwarr?

Beides ist richtig – es gibt weiterhin wunderschöne programmatische Inseln im trüben Sumpf des Berliner Programms, so wie es auch in der auf den Hund gekommenen grünen Partei viele Mitglieder gibt, die den alten Idealen treu geblieben sind und als Einzelpersonen eine positive Arbeit an Detailproblemen auf sich nehmen. Anderseits überwuchern der Genderwahn und das Ausbeuten der Flüchtlingsfrage für die Profitinteressen des Großkapitals, der Sozialindustrie und weiterer interessierter Lobbygruppen alle positiven Ansätze. Viele wolkige, ebenso wohlklingende wie hohlklingende Leerformeln werden bemüht, um den Gefühlshaushalt der Gutmenschen zu bedienen, aber die klaren harten Notwendigkeiten einer ökologisch-sozialen Zukunftssicherung werden ins Kleingedruckte abgedrängt oder ganz verschwiegen.

U&A: Innerhalb Ihrer Partei stoßen Sie auf sehr viel Gegenwind. Was sind die Gründe dafür? Wie gehen Sie damit um, als Querdenker oder wegen Ihrer offenen Islam- und Einwanderungskritik sogar als Neonazi  bezeichnet zu werden?

Ich lebe seit über dreißig Jahren damit, daß ich als Linker diffamiert werde als Ultrarechter und Neonazi. Man wehrt sich, aber man wird auch imprägniert durch und gegen das Gegeifer. Es würde mich im übrigen sehr wundern, wenn die fanatischen Verfechter einer Nibelungen-Treue zur NATO und zum amerikanischen Hegemon, wenn die bezahlten Vertreter der Brüsseler Eurosowjetunion 2.0 und die diversen Schoßhündchen der multinationalen Konzerne mich nicht attackieren würden. Andererseits glauben manche einfache Mitglieder blind ihren Führern und übernehmen ungeprüft deren Propaganda. Dagegen hilft nur geduldige Aufklärung und Diskussion.

U&A: Wer Ihre Vorträge kennt, weiß, daß Sie gar nicht gegen Einwanderung sind. Sind Ihre Kritiker also dumm oder einfach nur freche Lügner?

Es gibt ehrliche Dumme, schlaue Lügner und dumme Lügner. Jeder kann nachlesen, daß ich stets das Asylrecht verteidigt und nur seinen Mißbrauch attackiert habe, daß ich immer für das Recht legaler Zuwanderer eingetreten bin, entweder durch Assimilationsbereitschaft zum deutschen Staatsbürger zu werden oder als Ausländer mit allen Rechten und Pflichten des Gastes in unserem Land zu leben. Es sind die Feinde des deutschen Volkes, die Landesverräter, die Deutsche gegen Ausländer hetzen, eine kaum noch kontrollierte Zuwanderung vorwiegend junger muslimischer Männer zulassen und verantwortlich sind für die Flüchtlingskatastrophe mit Zigtausenden von Entwurzelten und Ertrinkenden.

U&A: Sie sind im Verein deutsche Sprache aktiv im Zusammenhang mit dem Arbeitskreis Deutsche Sprache bei den Grünen. Sind das Positionen, die bei den Grünen auf Interesse stoßen? Vielleicht mehr als Ihre Islamkritik?

Das kann man nicht behaupten, weil die antideutsch und pseudointernationalistisch gestimmten Maßgeblichen bei den GRÜNEN in aller Regel auf der Denglisch-Welle surfen („Green New Deal“ usw.) und im Grunde Englisch als neue europäische Einheitssprache durchdrücken wollen. Diese Leute antworten nicht einmal auf kritische Anmerkungen von Mitgliedern und verweigern jede Diskussion. In ihrem schlichten Weltbild ist deutsch = nationalistisch und rechtsradikal. Sie sind therapiebedürftige Zwangsneurotiker, die aber bislang aufgrund ihres emotionalen Krankheitsgewinns konsequent jede Therapie verweigern. Hinwiederum soll man auch bei hoffnungslosen Fällen nicht jede Hoffnung aufgeben.

U&A: Die programmatische Ausrichtung der Grünen hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Können Sie sich mit dem jetzigen Parteiprogramm identifizieren?

Das ist dreizehn Jahre alt, benötigt 192 Seiten statt der 47 des Saarbrücker Programms von 1980 für reichlich Geschwurbel und Phrasenornament. Mit all dem, was in diesem Wechselbalg von den ursprünglichen grünen Anliegen erhalten geblieben ist, kann ich mich durchaus identifizieren – der Rest ist Schweigen.

U&A: Worin liegt Ihrer Ansicht nach der Unterschied zwischen dem Gründungsprogramm („Saarbrücker Programm“) und dem heutigen Grundsatzprogramm von Bündnis 90 / Die Grünen. Können Sie uns kurz skizzieren, welche wesentlichen Unterschiede Sie zwischen den Programmen sehen?

Für mich sind die wesentlichen Unterschiede in drei Bereichen zu finden:

– Die GRÜNEN 1980 verstanden sich als eine Partei der Menschen, die „Alternativen für alle“ entwickeln wollten. Die GRÜNEN im Berliner Tempodrom entschieden sich für einen rasanten Kreisverkehr im Interesse bestimmter Minderheiten, als deren Lobbyisten sie sich prostituieren: Klimapolitik- und Sozialpolitikprofiteure, Gendergläubige, schwullesbische Klientelversorger, türkisch-arabische Islamisten und Chauvinisten.

– Die GRÜNEN 1980 wollten die NATO auflösen und die Spaltung Europas überwinden. Die GRÜNEN 2002 sind voll in die NATO integriert und zementieren ein EU-Kleineuropa, das inzwischen im Sinne der amerikanischen Globalpolitik politisch und militärisch gegen Rußland und dessen Verbündete aufrüstet.

– Die GRÜNEN 1980 setzten auf gemeinschaftliche Kooperation der Gruppen und der Genossenschaften. Die GRÜNEN 2002 setzen auf eine neoliberale Wirtschaftspolitik, eine die Eigeninitiative erstickende Sozialfürsorge, schrankenlosen Individualismus und die Ersetzung des deutschen Volkes durch eine atomisierte, entwurzelte Zuwanderungsgesellschaft.

U&A: Es gibt Vorwürfe gegen Parteifunktionäre der Grünen, daß diese durch Anteile an Unternehmen im Umwelt(technik)sektor selbst nur Klientelpolitik betreiben würden. Sind die Grünen damit am Ende einer ernstgemeinten Umweltbewegung? Inwiefern werden diese Abhängigkeiten in der Partei offen diskutiert?

Es wird ja nicht einmal offen und ehrlich darüber diskutiert, wie aus dem Turnschuh-Sponti Joschka Fischer der Fernsehteddy der Autoindustrie geworden ist. Der Klientelismus in der Partei hat inzwischen griechische Ausmaße erreicht. Seit Mitte der achtziger Jahre sind zahllose Halbintellektuelle gerade deshalb zu den GRÜNEN gestoßen, weil es sich dort gut bezahlt jobben und Karriere machen ließ. Diese Leute sitzen im Glashaus, sie werfen nicht mit Steinen auf ihresgleichen. Diejenigen, die wie ich in den achtziger Jahren honorarfrei auf eigene Kosten für die Partei arbeiteten, und diejenigen, die das heute noch tun, werden nur mitleidig belächelt.

U&A: In Ihrer sehr spannenden Essaysammlung „Machtbestreitung“ steht die Kritik an der Zensur in Deutschland im Vordergrund. Ist es nicht auch Ihre Partei, die eine solche Zensur vorantreibt? Gerade „Umwelt & Aktiv“ erntet als „rechtskonservatives“ Umweltmagazin immer wieder Anfeindungen von Ihren Parteigenoss*_*Innen.

Zensur, Hatz auf Andersdenkende, Verleumdung und Ausgrenzung sind den Macht- und Profitfixierten nicht allein Charakterzug und Herzensangelegenheit, sondern auch eine elementare Überlebensnotwendigkeit. Die GRÜNEN, die der tragisch kurz vor der Parteigründung ums Leben gekommene Rudi Dutschke wollte, die GRÜNEN „von Gruhl bis Dutschke“, waren ganz anders. Damals gab es – etwa in der Bundesprogrammkommission – eine offene, ehrliche Auseinandersetzung zwischen Konservativen und Kommunisten. Es gab den Versuch, Brücken zu bauen und dazuzulernen.

U&A: Wir haben mehr als einmal in Gesprächen mit einstigen Gründungsgrünen hören müssen, daß es sich keinesfalls mehr lohne, die Grünen durch einen eigenen Eintritt auf konservative/rechte/patriotische Positionen umkrempeln zu wollen. Das gelte auch für die ÖDP. Was meinen Sie? Sollten auch „Rechte“ zu den Grünen kommen? 

Das muß jeder selbst wissen und entscheiden. Daß dabei für nichts zu garantieren ist, dürfte sich von selbst verstehen. Andererseits ist ein weiterer innerer Fäulnisprozeß der GRÜNEN wahrscheinlicher als eine Umkehr der Wegzeichen in Richtung Gesundung.

U&A: Angeblich wollte Ihre eigene Partei im Rahmen mehrerer Ausschlußverfahren Sie loswerden. Als Sie 2011 bei einer Burschenschaft in Bielefeld einen Vortrag über Einwanderung gehalten haben, stand draußen Ihre Partei“freundin“ Annelie Buntenbach und führte die Gegendemo an. Was hält Sie in der Partei? Werden Sie den Grünen treu bleiben?

Als ich 1994 mein Buch „Die Mullahs am Rhein“ veröffentlichte, behauptete der im Rheinland einflußreiche Sender Radio Köln, die Kölner GRÜNEN seien entsetzt und wollten mich ausschließen. Nichts geschah – kein Anruf, kein Brief, Nullkommanull. Einige Jahre später erklärte man mich für ausgeschlossen, weil ich meinen Beitrag nicht bezahlt habe. Als ich nachwies, daß das nicht stimmte, bedauerte man den Fehler. Auf dem Kontobeleg habe „Rolf Stloz“ gestanden, da habe man nicht gewußt, wer das sei.

Im Juni 2014 sprach ich in München vor der Burschenschaft Danubia. Eine „TAZ“-Journalistin rief mich zu einem Telefoninterview an und fragte mich, ob ich bereit sei mit einem Rechtsanwalt zu sprechen, den Frau Katharina Dröge MdB anscheinend kontaktiert hatte, da sie, wie die „TAZ“ am 23. 6. schrieb, „bald einen Antrag stellen“ wolle. Auch diesen Ausschlußantrag gab es nicht. Während der „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine entsprechende Fehlmeldung aus seinem Netzauftritt löschte, findet die „TAZ“ es viel alternativer, den alten Schwindel unverändert anzubieten.

U&A: „Die Zeiten ändern sich, aber die Menschen haben sich nicht so sehr geändert, ob sie nun Ketzer verbrennen oder Parteien verbieten oder ob Neonazis und ‚autonome Antifa-Sympis’ sich wechselseitig ‚plattmachen’ […]“ – so heißt es ernüchternd in „Der deutsche Komplex“. Wenn die Menschen sich nicht ändern, warum kämpfen Sie noch immer für eine Änderung, für ein anderes Deutschland?

Einige wenige Menschen ändern sich sehr, wesentlich mehr Menschen ändern sich immerhin etwas. Aber das wichtigste innerste Motiv für mich ist, meine Pflicht zu tun und meiner Verantwortung gerecht zu werden. Jeder, der zumindest spürt, welches Spiel die Herrschenden mit und gegen Deutschland spielen, hat kein Recht, als neutraler Beobachter vom Rand her zuzusehen. Es ist unser Land, das wir verlieren könnten und um dessen Überleben wir bis zuletzt kämpfen müssen.

U&A: Ein letzter Satz an unsere Leser?

Das Wasser in Bewegung besiegt am Ende nicht nur den harten Stein, sondern wird auch den aufgeblasenen Schaum und  den verkrusteten Schmutz wegwaschen.

U&A: Herr Stolz, herzlichen Dank für das interessante Gespräch!

Dieses Gespräch erschien in der Ausgabe 3 – 2015.

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Datum
21.09.2015

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