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Verkehrsbedingte Emissionsbelastung verringern!

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Zäh fließender Verkehr

Die Verkehrsentwicklung und deren Auswirkungen auf Natur und Umwelt stellen ein ernstzunehmendes Thema dar, dem es sich anzunehmen gilt, nicht allein mit Blick auf eine gesundheitsgefährdende Feinstaubbelastung. Im vergangenen Jahr registrierte der ADAC auf deutschen Autobahnen 568.000 Staus, nachdem im Jahr 2014 noch 475.000 Staus, 2013 noch 415.000 und im Jahr davor „nur“ 285.000 gezählt wurden. Also eine klar ersichtlich stetig ansteigende Tendenz, die neben der ökologischen, auch eine ökonomische Komponente besitzt. Berechnungen zufolge beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden des Stillstands auf den StraĂźen auf deutschlandweit jährlich rund 13 Mrd. €. Vor allem aber ein massiv zunehmender Lkw-Verkehr ist fĂĽr einen rasanten Anstieg verkehrsbedingter Emissionen verantwortlich. BUND und die Allianz pro Schiene forderten deshalb in dieser Woche erneut eine Trendumkehr hin zu einer Verlagerung von GĂĽtertransporten auf die Bahn. Während zunehmend – wenngleich zwar unbestritten zurecht – darauf abgezielt wird, daĂź Industrie und Privathaushalte ihren EmissionsausstoĂź senken, konterkariert man dies, indem man im Verkehrsbereich eine geradezu gegenteilige Entwicklung zuläßt. Immerhin werden etwa 25 % der globalen Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor verursacht.

„Der Marktanteil der klimaschonenden GĂĽterbahn in Deutschland liegt bei mageren 17 %. Damit hat die Bundesregierung ihr eigenes Nachhaltigkeitsziel, bis 2015 ein Viertel der GĂĽterverkehrsleistung auf der Bahn abzuwickeln, gerade schmerzhaft verfehlt. Statt die umweltfreundliche Schiene fĂĽr die Klimapolitik einzubinden, erhöht die Regierung die Abgabenlasten fĂĽr die GĂĽterbahnen Jahr fĂĽr Jahr“, läßt sich Dirk Flege, der GeschäftsfĂĽhrer der Allianz pro Schiene bezĂĽglich seiner Kritik an der WidersprĂĽchlichkeit deutscher Verkehrspolitik zitieren. Anstatt den Lkw-Verkehr durch Gigaliner weiter anzukurbeln, mĂĽsse die Bundesregierung die Schieneninfrastruktur fĂĽr den Einsatz längerer GĂĽterzĂĽge ertĂĽchtigen, lautet seine Forderung. „Umwelt & Aktiv“ steht dem Gedanken einer Verlagerung des GĂĽterverkehrs auf die Schiene ebenso positiv gegenĂĽber, wie dem des Individualverkehrs auf Ă–PNV und SPNV. Allein wird sich die Frage stellen, inwiefern dieser Gedanke zu realisieren ist, angesichts der Entwicklungen im Zuge der Privatisierungen bei der Bahn einerseits sowie der Reisequalität nicht zuletzt mit Blick auf das subjektive SicherheitsgefĂĽhl durch ĂĽberfĂĽllte Nutzung von FlĂĽchtlingsmassen. Und abgesehen davon darf nicht vergessen werden, eine Lösung im Sinne multimodaler Konzepte, die verschiedene Verkehrsmittel intelligent vernetzen zu suchen.

Gerhard Keil

 

Bildquelle: 483341_web_R_B_by_Erich Westendarp_pixelio.de

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Datum
03.03.2016

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3 Kommentare zum Artikel “Verkehrsbedingte Emissionsbelastung verringern!”


  1. Jojo meint:
    04.03.2016 um 11:14


    Diese Zahlen sind interessant und erschreckend zugleich. Ich bin gespannt, wie sich das alles weiterentwickelt.

  2. Thomas meint:
    05.03.2016 um 15:10


    Eigentlich ist die Verlagerung des LKW-Verkehrs auf die Schiene schon längst überfällig. Aber unsere politischen Entscheidungen werden ja mehr durch die Lobby-Arbeit als durch gesunden Menschenverstand beeinflusst. Ich will ja keinen Pessimismus verbreiten, aber ich denke mal, die große breite Masse, die hier einiges bewegen könnte, wird wohl erst begreifen, was passiert ist wenn es zu spät ist.

  3. Bettina Rauch meint:
    05.03.2016 um 17:08


    Absolut richtig, siehe Vorbild Schweiz!