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Roland Koch

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Deutschlands Spitzenpolitiker steigen trotz aller Bekenntnisse zum Umweltschutz am liebsten in Limousinen mit hohem Spritverbrauch. Die Dienstwagen von Roland Koch und Jürgen Rüttgers vebrauchen im Stadtverkehr gut 20 Liter Kraftstoff. Die Düsseldorfer Staatskanzlei wertet die Studie als “widersprüchlich und unseriös”.

Fast alle Volksvertreter an den Spitzen von Ländern und Bund bekommen für die Wahl ihrer Dienstwagen nur ein ausreichendes bis miserables Zeugnis ausgestellt – und nicht wenige wollen die Umweltbilanz ihrer Autos gar nicht offenlegen. Das geht aus einer präsentierten Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hervor. Die Umweltschützer kritisieren besonders, dass es längst Dienstwagen-Alternativen gebe, die Komfort, PS-Stärke und Sicherheit mit vorbildlicher Spritsparsamkeit verbinden.

Der Studie zufolge wird Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) in den mit Abstand klimaschädlichsten Dienstwagen chauffiert. Seine Autos – ein VW Phaeton und ein 7er BMW – schlucken in der Stadt mehr als 20 Liter Benzin und stoßen fast viermal so viel klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in die Umwelt wie etwa eine mit Hybridmotor angetriebene Limousine.

Dicht hinter dem CDU-Politiker Koch rangiert sein nordrhein-westfälischer Amts- und Parteikollege Jürgen Rüttgers. Er ist in einem 450 PS starken Audi A8 Zwölfzylinder unterwegs, der ebenfalls im Stadtverkehr gut 20 Liter verbraucht. Der NRW-Regierungschef gab die Art seines Gefährts nach DUH-Angaben erst preis, als ihn ein Gericht dazu zwang.

Die Düsseldorfer Staatskanzlei wertete den Vergleich als „widersprüchlich und unseriös“. So werde etwa nicht berücksichtigt, dass das Sicherheitskonzept für manche Regierungsspitzen – etwa für Ministerpräsidenten – eine Panzerung des Dienstwagens vorschreibe, sagte ein Regierungssprecher. „Das schränkt die Auswahl der Autohersteller und der Marken stark ein.“

Auch bei den Bundes- und sogar bei den Umweltministern der Länder sind positive Beispiele Mangelware. Neun Spitzenpolitiker wehren sich den Angaben zufolge weiterhin, der DUH die Umweltbilanzen ihrer Dienstwagen offen zu legen. „Gegen alle werden wir schon in den nächsten Wochen gerichtlich vorgehen“, sagte DUH- Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er forderte Bundes- und Landesregierungen auf, gesetzlich festzulegen, dass kein Dienstwagen künftig mehr als 140 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen dürfe.

Ein Lob bekam Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU). Er und seine Thüringer Amts- und Parteikollegin Christine Lieberknecht wurden für den niedrigen Schadstoffausstoß ihres Dienstwagens gelobt. Beide lassen sich in einem BMW 730 Ld (180g CO2/km) chauffieren.

Insgesamt sieht die Umwelthilfe «langsame Fortschritte» beim Umweltbewusstsein deutscher Politiker bezüglich des Spritverbrauchs. Einige Bundesminister hätten derzeit bereits umweltfreundlichere Dienstwagen bestellt.

Nicht berücksichtigt wurden bei der vierten Erhebung der Umwelthilfe den Angaben zufolge aus Sicherheitsgründen gepanzerte und deshalb schwerere Dienstfahrzeuge wie das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Quelle: Welt-Online
Bildquelle: Wikipedia – Kurz

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Datum
09.03.2010

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